Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Ethik R. Saadjas
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 728 (sequence 16)
- Language
- German
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2%ד Die Ethik R. Saadjas. des Individuums am harmonischsten und glücklichsten gestaltet werden könne. Es ist demnach, trotz der obigen ästhetischen Beurteilung, eine rein objektive Schätzung im Grunde nun doch nicht vorhanden, denn die maßvolle und harmonische Verbindung derjenigen geistigen Elemente, die in ihrer Ganzheit das gesuchte Gut konstituieren, verlangt Saadja nun nicht um ihrer selbst willen, sondern, wie er selbst ausdrücklich bemerkt1), »weil sie für den Menschen von größerem Nutzen ist«. Die Ethik kommt hier bei der ästhetischen Auffassung des sittlichen Lebens, gleichviel ob sie objektiv oder relativ ist, über den harmonisch geordneten Gesamtzustand des Einzelnen und über die in sich vollendete Ausbildung der eigenen Persönlichkeit nicht hinaus; sie ist vorwiegend individualistisch. l) Emunot x, S. 160: וכיון שהשויה בכל המוחשים יותר מועידה לאדם, כ*ש השוית מדותיו ואהבותיו, שתהיה מועילה לו יותר. Saadja vergleicht dort die Harmonie der Farben und Töne mit der Harmonie und Eigenschaften der Seele. (Fortsetzung folgt.)