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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 6 · p. Seite 725

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 6
Article
Die Ethik R. Saadjas
Date
1911-01-01
Page
Seite 725 (sequence 13)
Language
German
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Die Ethik R, Saadjas. 725 keit und Rechtlichkeit sind Begriffe, die nicht Gegenstände bezeichnen, sondern ein auf bestimmtes Verhalten des Mensehen angewendet werden. Saadja selbst rechnet sie zu den Qualitäten der Seele und spricht sie, weil sie nur Akzidenzien seien, in seinen metaphysischen Untersuchungen sogar der Gottheit ab1). Es sind also gewisse Eigenschäften der Seele, die der ethischen Beurteilung unterwerfen sind oder richtiger wohl, da Saadja alle Eigenschäften und Neigungen an und für sich für ethisch ganz indifferent, ja sogar für berechtigt hält2), es ist eine bestimmte Art und Weise des menschlichen Verhaltens oder Handelns, an die die Vernunft den Maßstab der sittlichen Wertschätzung legt Wir zitieren als Beispiel eine Steile, die Saadja zur Widerlegung der dualistischen Schöpfungstheorie benutzt. »Der Mensch zürnt und grollt, dann versöhnt er sich und verzeiht und spricht, ich habe verziehen. Wenn es nun der Gute ist, der verzeiht, so war es doch auch dieselbe Person, welche vorher zürnte, und wenn es der Böse war, welcher verzeiht, so ist er doch dadurch, daß er verzeiht, wieder gut geworden. Ferner sehen wir, daß «:in Mensch mordet und stiehlt und wenn man ihn zum Geständnis veranlaßt, so gesteht er, was er gesündigt und was er verübt hat. Ist es nun der Böse, welcher bekennt, so ist er durch das Bekenntnis doch längst gerecht geworden und das Gerechtsein ist gut3). »Wie hier der Begriff צדק unverkennbar einen Zustand oder ein Ver- J) Emunot II, S. 52. »Wenn es in der Schrift heißt, daß Gott etwas liebe oder hasse, so ist das so aufzufassen, daß alles, was er uns zu lieben und zu tun befohlen hat, als von ihm geliebt anzusehen ist, wie es heißt: Der Ewige liebt das Recht (Ps. 37, 28) oder: Gerecht ist der Ewige, er liebt Gerechtigkeit (Ps. 11, 7). 2) das. X, S. 144, 145. s) das. I, S. 26: Der Verzeihende also wird als der Gute und der Zürnende als der Böse prädiziert. Ganz besonders beachtenswert ist der Schluß: ואם הרע הוא שהודה כבר צדק והצדק הוא טוב. wo wir צדק verbal nehmen.

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