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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 6 · p. Seite 724

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 6
Article
Die Ethik R. Saadjas
Date
1911-01-01
Page
Seite 724 (sequence 12)
Language
German
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724 Die Ethik R. Saadjäsi Schönes, die Menschen zum Guten anzuleiten und sie vor Bösem zu warnen.« »Die Ausübung dessen, was seine Vernunft als etwas Schönes erkennt, verursacht dem Menschen Gefahren und Unannehmlichkeiten aller Art1). Zunächst sei hier darauf hingewäesen, daß das, was hier als schön bezeichnet wird, wieder durchaus nichts ist, das der Mensch oder die Vernunft um eines Zweckes willen oder eines Vorteils und Genusses wegen schätzt. Sein objektiver Wert ergibt sich auch daraus, daß, während hier die Gerechtigkeit als etwas Schönes bezeichnet ist, sie an anderen Stellen als »gut« prädiziert wird2). Wie wir aber oben schon gesehen haben und auch weiterhin zeigen werden, ist das Gute des צדק, welches Wort bei Saadja sowohl Gerechtigkeit wie Wahrheit bedeutet8), ein absolutes und objektives. Mithin wird hier auch dem Schönen ein objektiver Wert zuzuschreiben sein4). Als »schön« wird aber ein Zwiefaches bezeichnet, einmal eine Tugend und dann eine Pflicht. Denn die Unterweisung Anderer im Guten und Bösen bezeichnet Saadja ausdrücklich als eine Pflicht5 * *). Das Schöne identifiziert sich nach dieser Richtung also schon mit dem ethisch Guten, aus dem er den Pflichtbegriff eben ableitet. Wir können deshalb diese Seite des Schönen außer acht lassen und wollen jetzt hauptsächlich das Schöne als in der Tugend liegend beachten. Gerechtig- >) Emunot: וקיים את כל אלה, והשיגהו שנאת בני אדם ... ולא היה מביא אותו אל כל אלה במה שייפה לשכלו.., daß der Mensch es wirklieh übt, geschieht im Vertrauen auf die göttl. Vergeltung. *) das. 1, s. 26: והצדק הוא טוב u. a. m. 8) das V, S. 86 wird der צדיק dem רשע entgegengesetzt. IV, S. 76 wird צדק mit derselben Bedeutung wie אמת gebraucht אמת ברורה וצדק מבואר; Einleit. S. 7 bildet צדק den Gegensatz zu כוב, während II, S. 55 אמת in derselben Verbindung dien Gegensatz zu כזב bildet. Zu der letzteren Stelle vgl. ZDMG. Bd. 33, S. 707. *) Auch Plato behandelt das tatov, xo׳x6v und äyocfMv als absolute Begriffe und Werte Rep. V, 476a; vgl. Zeller II, 1 S. 545 ff. 6) das. s. 3: וראיתי כי הועילם בו חובה עלי והישירם אליו מן הדין עלי.

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