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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 6 · p. Seite 717

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 6
Article
Die Ethik R. Saadjas
Date
1911-01-01
Page
Seite 717 (sequence 5)
Language
German
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Die Ethik R. Saadjas. 7 IT Die Ethik entwickelt sich bei diesem Begriff des Guten zu einer Pflichtenlehre. Alle diese Begriffe des Guten, und mithin auch alle drei Formen der Ethik, finden sich bei Saadja, jedoch gehen sie nicht getrennt neben einander her, sondern stehen in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis zu einander und sind mit einander verbunden. Wir werden trotzdem versuchen, sie von einander zu sondern und jeden Begriff des Guten für sich untersuchen. Saadja geht wie Aristoteles in seiner Ethik hauptsächlich von dem Gedanken aus, daß alle menschliche Tätigkeit nach einem Zwecke strebe, und daß dieser Zweck zunächst das dem Menschen Nützliche sei. »Denn der Mensch würde vergeblich tätig sein, wenn er zwecklos, handelte, weil er seinen Nutzen außer acht ließe«1). Daß, der Mensch das Nützliche daher als etwas Gutes schätzt ist ganz natürlich und folgt auch daraus, daß er von Natur »alles verwirft, was ihm schädlich ist«2 3). Das Nützliche ist für Saadja deshalb allemal das Gute und das Schädliche immer das Böse)8. Nützlich und schädlich sind aber nur relative Begriffe, die den Dingen selbst nicht anhaften. »Denn Gott hat nur solche Dinge geschaffen, die sich dazu eignen, daß der Mensch, je nach seiner Wahl, Gutes oder Böses in ihnen finde. Wenn er zum Beispiel ißt oder trinkt, um seinem Bedürfnisse zu genügen, so findet er darin das: Gute, nimmt er aber mehr davon, als er verträgt, so gereicht es ihm zum Unheil«4 * * *). Der Wert kommt den Dingen also nicht von vornherein zu, sondern wird ihnen erst beigelegt infolge des Zweckes, dem sie dienen, oder nach J) Enmnot 1, s. 38: כי האדם יהיה פועל לבטלה כשהוא פועל ללא עלה, מפני שהוא מניח תועלתו. a) das. iv, S. 79: פי האדם מואס הדבר אשר יזיקהו. 3) das. I, S26 ״ wird das Oute und das Böse mit dem Nfitziichen und Schädlichen identisch behandelt und ebenso III, S. 58— 64. ף das. I, S. 29: אך ברא לדברים אשר הם סובלים שיהיה לאדם ..בהם שלום ורע בבחירתו, שאם יאכל המאכל כפי צרכו... יהיה וד, שלום, ואם יקת מהם מה שאינו סובל יהיה זד, רע.

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