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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 6 · p. Seite 714

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 6
Article
Die Ethik R. Saadjas
Date
1911-01-01
Page
Seite 714 (sequence 2)
Language
German
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714 Die Ethik R. Saadjas. das Falsche schimpflich sei«1 2). Er nennt das Gute und das Böse geradezu »Wahrheiten«*), und er prüft deshalb das Gute genau ebenso wie das Wahre an dem Satz des logischen Widerspruchs3). Wahr und falsch hält er für zwei sich ausschließende Gegensätze, zwischen denen ein Drittes unmöglich ist, weil Unwissenheit nichts Positives, sondern bloß eine Negation des Wissens sei4). Denselben Gegen־־ satz bilden aber nach Saadja auch das Gute und das Böse. Das Böse ist nichts Reales, »denn wir stimmen alle darin überein, daß Gott das Böse nicht geschaffen habe«5), wohl aber das Gute, »denn Gottes Wirkungen sind notwendig gut«6). Die Verwandtschaft zwischen wahr und gut geht wenn man es als Gegenteil von dem erkennt, was es wirklich ist«, das. III, S. 60 oben: »Wahrheit ist die Aussage von einer Sache, wie sie wirklich ist und sich verhält, Lüge (falsch) hingegen ist die Aussage von einer Sache nicht wie sie wirklich ist und sich verhält«. *) Emunot 1, s. 26: הצדק הוא טוב; das. s. 7: אבל מדע השפל הוא אשי יעלה בשכל, במו שהצדק טוב והכזב מנינה; vgl. 11, s. 55; in, s. 68. 2) das. IV, S. 80: אמתות הטוב והרע. 3) das, III, S. 60: Die Lust enthält חכמה und סכלות zugleich und deshalb kann sie das Gute nicht sein. Denn jede Erkenntnis die zwei sich gegenseitig ausschließende Gegensätze enthält, ist falsch, vgl. S. 10. Bemerkenswert ist hierbei, daß der Gegensatz von erkenntmsjtheoretischen Begriffen gebildet wird, während wir eigentlich ethisehe erwarten, 4) Emunot 11, s, 40: ... כל מדע יש לו שורש .... ואין לסכלות שדש אכל הסכלות העדר המדע כלבד ... 6) das. 1, S. 29: ואנחנו מסכימים כלנו כי הבורא לא כרא דע. 6) das. VI, S. 98: כי מעליו כלם ישרים וטובים, vgl. IV, S. 78 11, s. 57: שאיננו עושה השוא... ושאיננו מעול ולא חומ״ן ושאיננו עושה לעבדיו כי אם הטוב. Saadja hält noch nicht wie später Maimonides die Materie oder den Körper des Menschen für das Böse (vgl. Rosin, Die Ethik des Maimonides, S. 52). Auch Joseph Ihn Zadik, der auch sonst mit Saadja viele Berührungspunkte hat, hält (Mikrokosmos, S. 38) die Torheit סכלות und das Böse הרע ebenfalls nicht für einfache Gegensätze des Guten, sondern wie Saadja für Negationen des Guten, In einem handschriftlichen Jezirahkommentar des Dunasch ben Tamitn (1, § 2) heißt es ebenfalls: טעו אנשים.., ולא ידעי כי הרע אינו אלא העדרת הטוב ומלילו, ואין להעדרה גשם מצוי . . vgl. die Stelle• bei

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