Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Eine unbekannte jüdische Sekte
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 693 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829835-2829842-2891127--39162-2891204- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Eine unbekannte jüdische Sekte. 693 »Rolle« genannt wird und unser Verfasser selbst kurz vorher von סכור התורה sprach. Auch sein zweiter Vorschlag, לא vor נגלה hinzuzufügen ist etwas mißlich, denn in unserem Fragmente finden sich viele Schreibfehler, aber, soweit ich feststellen konnte, sind in demselben keine Worte ausgefallen, es sei denn infolge von Homoioteleta, was aber hier nicht der Fall ist. Man lese daher: והטמון נגלה עת?נמוד צדוק »und das Verborgene — die Thorah — kam wieder zum Vorschein zur Zeit, als Zadok erstand.« Daß mit diesen Worten auf das Auffinden der Thorah zur Zeit Josias — II Könige c. 22 — Bezug genommen wird, darüber kann kein Zweifel herrschen, besonders wenn man das, was än der vorigen Bemerkung über die Anschauung unseres Verfassers beztiglieh des Vergessenseins, in welches die Thorah geriet während der Zeit der Könige, gesagt ist, berücksichtigt. Freilich ist es höchst befremdend, daß hier das Auffinden der Thorah Zadok zugeschrieben wird, während in der Schrift — II Könige 22 und II Chr. 34 — es Hilkijah ist, der das Buch der Torah fand. Es ist jedoch zu bemerken, daß dieser Hilkijah nach I Chr. 5, 38—39 ein Enkel Zadoks war, und die Annahme ist wohl berechtigt, daß unser Verfasser von diesem Hohepriester als בן צדוק sprach1), und daß später בן ausgefallen ist oder absichtlich von den Abschreibern ausgelassen worden ist, weil ihnen wohl צדוק, aber nicht בן צדוק bekannt war. 5, 5: ויעלו מעשי דויד מלבד דם אוריה. S. liest ויעלמו und übersetzt: »But they conceaied the deeds of David save ג) Daß er aber nicht nach seinem Vater שלום j ב genannt wird, ist nicht auffallend, da auch sonst in der Schrift einige Male der Natne des Großvaters anstatt des Vaters gesetzt wird. Vgl. z. B. I Sam. 9, 1, wo Kisch als der Sohn Abiels erscheint, obwohl er eigentlich dessen Enkel war, und ebenso Neh. 12, 23, wo der Hohepriester יוחנן als בן אלישב erscheint, obwohl er dessen Enkel war, vgl. Graetz, Geschichte II, zweite Hälfte 393. Vgl. auch Nachmanides zu Exod. 2, 16 und Ibn Esra zu Num. 10, 29, die viele Belege aus der Schrift; für diese Eigentümlichkeit anführen. Für ähnliche Bezeichnungen im