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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 6 · p. Seite 663

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 6
Article
Die neuen Papyrusfunde in Elephantine
Date
1911-01-01
Page
Seite 663 (sequence 23)
Language
German
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Die neuen Papyrusfunde in Elephantine. 663 ihres polytheistischen Gebarens, den biblischen Gott als den höchsten anerkannt haben, wie diese öberägyptlschen Kolonisten, die, trotz der vielen •von ihnen verehrten anderen Gottheiten, den Gott Israels אי^הה שטיא nennen. Wir wußten aber auch, daß sie jene außerisraelitischen Gottheiten, trotz ihrer genauen Bekanntschaft mit dem bi bl i s c he n Gesetze ver e h rt haben, und doch konnten wir dies der unfehlbaren, extremradikalen Kritik gegenüber nicht beweisen. Diese unschätzbaren Urkunden aus biblischer Zeit haben diesen eklatanten Beweis zum erstenmal,, zur Evidenz geliefert. Die hyperradikale Kritik wird jetzt anerkennen müssen, daß sie den Einfluß des biblischen Gesetzes auf das religiöse Leben des;alten Israel ganz falsch eingeschätzt hat. Sie wird vielmehr zugeben müssen, daß aus der Nichtbeobachtung eines biblisehen Gesetzes keineswegs auf das Nichtvorhandensein dieses Gesetzes geschlossen werden darf. Diese unwiderlegbaren Zeugen aus der biblischen Periode haben jene fast naiv zu nennende Grundanschauung der ganzen evolutionistischen Methode zu schänden gemacht und endgiltig gezeigt, daß keineswegs eine un über brück bar e Kluft zwischen den pentateuchischen Gesetzen einerseits und den Berichten der Königs bücher und den Worten der Pr0p h eben andererseits besteht. Wenn die elephantinischen Juden, nach den Berichten in Pap. 1—2, fasteten, weinten und den Gott des Himmels anflehten, daß ihnen bald vergönnt sein möchte, Speise-, Weihrauch- und Brandopfer in Ihrem Tempel darzubringen, was soviel heißt, als: Gott möge ihnen dazuvethelfen, das im 3. und 5. Buche Mosfs dutzende von Malen •wiederholte Verbot des Opferns außerhalb des Zentfatheiligtums möglichst häufig zu übertreten: so hat ׳dieses Moment in der theologisch-wissenschaftlichen Welt einen währen Sturm erregt. Die Radikalen sind überzeugt, daß das 3• B. 1M. damals kaum entstanden und das 5. wenigstens bei

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