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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 6 · p. Seite 647

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 6
Article
Die neuen Papyrusfunde in Elephantine
Date
1911-01-01
Page
Seite 647 (sequence 7)
Language
German
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Die neuen Papyrusfnnde in Elephantine. 647 Die hier gefundene aramäische Übersetzung des im Altertum berühmten Achikar-Romanes beweist, daß in den Häusern dieser jüdischen Kolonisten auch das Bedürfnis nach belehrender und erzieherischer Unterhaltungslektüre bestanden habe. Übrigens hat man es hier mit keiner bloßen Übersetzung zu tun. Denn die eingeschalteten Spruchdichtungen, die den integrierenden Bestandteil dieser Erzählung ausmachen, dürfen, da sie in den sonstigen Achikarüber- Setzungen nicht wiederkehren, besonders durch ihre Anlehnung an Sprüche Salomonis, — wovon weiter unten — als freie Schöpfung unseres Übersetzers angesehen werden. Wenn die Gelehrten, die den jüdischen Ursprung dieses jm apokryphischen Tobithbuche als allbekannt vorausgesetzten Romanes bekaupten, Recht behielten (Achikar אח יקר), dann dürften wir vielleicht in dieser aramäischen Ausgabe, welche die Namen der assyrischen Könige am korrektesten wiedergibt, das Original erblicken. Das berühmte dreisprachige (assyrisch, persisch, susanisch) große Keilschriftdenkmal auf der Felswand bei Bahistun in Persien, die größte persische Inschrift überhaupt, liegt hier ebenfalls in aramäischer Übersetzung vor, und zeugt besonders für die allgemeine Lesefähigkeit jener jüdischen Kolonisten. Die Entzifferung jener enorm großen Keilinschrift, welche seinerzeit den Weg zur assyriologischen Forschung gebahnt hat, forderte damals eine langjährige mühsame Arbeit. Wäre unser aramäischer Text damals vorhanden gewesen, er hätte die Assyriologie rascher vorwärts gebracht. 2. Politische Verhältnisse. Durch die neuen Funde wissen wir jetzt, daß auch in Elephantine eine große persische Garnison stationiert war, an deren Spitze ein Oberst רב חילא und mehrere Hauptleute פרתרך standen. Das Heer war in Regimenter דגלו eingeteflt, deren jedes den Namen eines Regimentsinhabers trug. Unter den erwähnten Regimentsinhabern,

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