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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 5 · p. Seite 612

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 5
Article
Die Namen der Frankfurter Juden bis zum Jahre 1400
Date
1911-01-01
Page
Seite 612 (sequence 13)
Language
German
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612 Die Namen der Frankfurter Juden bis zum Jahre 1400. Gewerbe der Betreffenden, so Abraham kistener (Gerichtsb. 1343), Abraham judenwirt (Gerichtsb. 1389), Abram knecht (Gerichtsb. 1382), Gumprecht der Lehrmeister (Gerichtsb. 1343), Baroch Vorsänger (Gerichtsb. 1397) usw. Der Berufsname steht für den Eigennamen bei »die Kesemechern« (1394 Rechenb.) 6. Oder es wird der Geburtsort des Juden hinzugefügt. Entweder wird der Ortsname durch die Präposition von (lateinisch de) mit dem Namen verbunden, so Bela de Dypurg, Fifelin von Gießen, oder die Präposition fällt weg, wie Gumpert Zurch Gumpert aus Zürich. Der Ortsname erhält auch die Endung er, wie Lewe Berner Lewe aus Bern, Joseph Gülcher — Joseph aus Jülich. Schließlich kann der so veränderte Ortsname überhaupt den Eigennamen vertreten, wie Oppenheimer (Gerichtsb. 1392), Nassawer (Gerichtsb. 1396). Damit vergl. Isaechir, gen. Spire1). Bekanntlich sind in späterer Zeit sehr viele jüdische Eigennamen auf diese Weise entstanden, für unsere Zeit konnte ich in Frankfurt nur diese beiden nachweisen. 7. Ebenso dienen Stadtteile oder Häuser zur Namensbezeichnung, so Gumpert an der Brucken, Müsse an der Brucken, oder David an dem Moyne; ferner Gumprecht zum Storch oder zum Swerte usw. Auch hier kann dje Präposition wegfallen, wie Gumpert Stork, Seligman in der Nuwen stad. Die beliebteste, weil natürlichste Unterscheidungsart, deren sich auch die damaligen Christen bedienten, war die Hinzufügung des Namens der nächsten Verwandten, des Vaters, der Mutter, des Bruders, der Schwester oder des Schwiegervaters, des Schwagers und der Schwägerin, besonders bei solchen Juden, die nach Frankfurt geheiratet hatten. Bei Frauen wird der Name des Ehegatten hinzugefügt, wie Henlin, Wolffechins Frau, nur vereinzelt heißt es die Iseckin, d. h. Frau des Isak. Nicht selten werden >) Bürgerb. 1375.

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