Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Tefilla für die Festtage
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 593 (sequence 8)
- Language
- German
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Die Tefilia für die Festtage• 593 *Es jbat Jfth rhu tigerte gedauert, bevor diejenige Gebetsprdn,u,ng, der wir kn babylonischen Talmud begegnen, sich be%S|tigt hgt«. Wenn Zunz (Ritu$, S. 2) diesjen Ausspruch hauptsächlich mit Rticksicht a$ die späteren Jahrhunderte getan hat, so dürfen wir ihn heute auf die talrn;udisehe Zeit selbst übertragen. Pie Getfaftordpung hat manche Änderung erfahren, ehe sie die im babylonischen Talmud überlieferte Gestalt annahm. Welche geistigen Kämpfe dazu geführt haben, bleibt ein ■Problem für die weitere ■Forschung. Anhang I. ln einem Fragmente der Bodleiäna, das ein zü'sariimenhängendes Stück eines Gebetbuches für Jom Kippur enthält, findet sich eine Scftacharittefitlä, die ihrer Seltsamkeit wegen hier mitgeteilt werden söli. Zunächst finden wir darin die palästinische Tefilia, die zwei ersten Benediktionen ausgeführt, die mittleren nur durch die Stichworte kurz angedeutet, wobei אתה בחרתה auffällt. Dann heißt es: »Man soll (hinter יהיו לרצון) nicht drei Schritt zurückgehen, sondern in gebückter Stellung verharren und sprechen«. Es folgt ובכן) תן פחדך), im großen und ganzen in der bekannten Form; nur der Schluß von ותמלך weicht ab durch den Zusatz 8ונגד זקיכיך כמד) mit dien Versen Jes. 24, 23 (wo der gleiche Schluß steht) und 29, 22. 23 als Beleg und mit der Eulogie אדיר 1המלוכה והאל הקדוש. Es folgen die Malchujot, d..b;על יכן נקוה ,עלינו und'die Verse; vor ד׳ ימלך auch Ex. 15, Anschauung, daß es sich bei den Genisahtexten um Privatgebete handelt; nicht anschiießen. Dafür sind die Formen zu mannigfach und zu sorgfältig ausgebildet, als daß sie nur für Zwecke der Einzelnen gedient haben könnten. Gewisse Formen haben nur für den off entlieben GattescLi eiid einer! Sinn;. Wir müssen uns mit der Anschauung vertraut machen,, daß in alter Zeit«durchaus nicht die Einförmigkeit in Gebetvorlagen bestand, die später üblich wurde. Eine sehr wichtige Gruppe von'Varianten bezieht'sich auf den palästinischen Ritus, und innerhalb dieses war wiederunv viel'mehr freie Bewegung gestattet, als in den vom;• den;babylonischemnGeo'nitn beeinflußten Ländern. 2) Vgl. auch den persischen Ritus •in JQR. X, S. 615. Monatsschrift-, 55. Jahrgang. 38