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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 5 · p. Seite 592

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 5
Article
Die Tefilla für die Festtage
Date
1911-01-01
Page
Seite 592 (sequence 7)
Language
German
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592 Die Tefilla für die Festtage. ist kein Zweifel mehr möglich, daß es nach der Übernahme in die Pesttagstefilla auch im Mußaf seihen Platz hatte. Unsere Texte zeigen allerdings noch eine Erweiterung der Mußaftefilla, die zu dem uns bekannten Wortlaut hinüberführt, nämlich die Bitte um Wiederherstellung der Wallfahrt, die vor והשיאנו mit der Formel ועינינו תאיר בנית מאודנו ' und mit der Begründung aus Deut. 16, 16 שלש פעמים בשנה gegeben ist. Die Erklärer bringen ברכת מועדיך in והשיאנו mit dem Schlüsse dieses Verses zusammen. Ist etwa der Ursprung des Satzes in dieser Nebeneinanderstellung in der Mußaftefilla zu suchen? Fassen wir die Einzelergebnisse zu einer Gesamtänschauung zusammen, so müssen wir zunächst die starke Übereinstimmung des Mußaf mit den anderen Tefilloth feststellen. Sodann aber bilden unsere neuen Texte eine glänzende Rechtfertigung für die Überlieferung des Traktats Sofrim; man wird in Zukunft die Angaben dieser allerdings im Einzelnen schlecht erhaltenen Schrift nicht bei jeder Abweichung verwerfen dürfen, sondern bis auf weitere Nachrichten mit dem Urteil zurückhalten müssen. Woher stammen die uns befremdlichen Mitteilungen in Sofrim? Darauf kann es nur eine Antwort geben, aus dem alten palästinischen Ritus. Wie die gesamte jüdische Tradition durch babylonische Einflüsse in eine andere Richtung gelenkt worden ist; so sind auch die uns überlieferten Gebete von Babylonien aus umgestaltet worden, die alte palästinische Gebetordnung verschwand oder erhielt sich nur in spärlichen unbeachteten Resten. Das ist der große Gewinn, den die Genisah für die Liturgie gebracht hat, daß sie uns die St am m ge bete in einem neuen oder vielmehr ganz alt en Stadium der Entwickelung vorführt, daß sie uns ermöglicht, Einblicke in die Entstehung der Liturgie zu tun1). >) Ich kann mich der von Isr. Levä (REJ. 1907, S. 234) vertretenen

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