Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Tefilla für die Festtage
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 591 (sequence 6)
- Language
- German
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Die Tefilla für die Festtage. 591 29 mit den Opfervorschriften. Zu beachten ist, daß die Verse wortgetreu folgen, nicht überarbeitet, wie z. B. מנחתם ונסכיהם כמדבר, das in allen Riten üblich ist Am Schluß wiederum finden wir den Satz ונעשה לפניך את חובותינו תמידי יום וקרבן מוסף. Er führt uns direkt an die Entstehung der Mußaftefilla zurück. Die oben (S. 427) bereits berührte Differenz zwisehen Rab und Mar Samuel lehrt uns, daß am Anfang des 111. Jahrhunderts die Mußaftefilla im Wortlaut mit den anderen übereinstimmte. Selbst R. Jose, palästinischer Lehrerin der ersten Hälfte des IV. Jahrhunderts, begnügt sich damit, daß die Differenzierung in dem einen Satze besteht: ונעשה לפניך את חובותינו תמידי יום וקרבן מוסף♦ Das war nicht eine theoretische Auskunft, die er seinem Jünger, dem Babylonier Se'ira, gab; sie entsprach dem in den Gebeten herrschenden Brauche. Jetzt, wo dieser Satz uns das erste Mal in ausgeführten Gebettexten begegnet, sehen wir, daß er in der Tat (neben den Opferversen) die einzige Abweichung im r Wortlaute der Tefilla bildet. Denn die anderen Bestandteile der Tefilla sind alle ebenfalls in das Mußaf übernommen, auch das bisher in M. Sofrim so rätselhafte יעלה ויבא♦ Es ist in den Texten von Sofrim nichts zu ändern; weder darf man ומפני חטאינו einschieben, denn dieses war nicht bekannt, noch darf man יעלה ויבא streichen, denn es ist in einer stattlichen Anzahl von Fragmenten als Bestandteil des Mußaf überliefert. Die Anschauung des R. Paltuj Gaon (850), daß יעלה ויבא ursprünglieh zu den Sichronot des Neujahrsfestes gehörte1), mag richtig sein oder nicht — wir können sie vorläufig noch nicht gut beweisen, aber der Wortlaut von יעלה ויבא mit der häufigen Erwähnung von זכרנו,זכרון und פקדנו,פקדון, die ihnen gleichgeachtet werden (Tos. Rosch ha-Schana IV, 7, p. 213/2 ff.; b. R. ha־Sch, 32b), spricht sehr dafür - daran l) Manbig 5 § ה׳ ראש השנה; Resp. חמדה נבוזה Nr. 99, der Auszug hieraus bei Müller מפתח לתשובות הגאונים S. 88 ist nicht ganz korrekt.