Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Tefilla für die Festtage
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 588 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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588־ Die Tefilla für die Festtage. A) 1. Die Introduktion des mittleren Stückes lautet nicht אתה בחרתנו, wie b. Joma 87 b, sondern beginnt in allen obigen Texten mit [אתה בחרת[ה. Das Stück verdient vor dem üblichen in mehr als einer Beziehung den Vorzug. Es ist zwar wortreicher, aber auch inhaltsreicher, es knüpft die Erzählung an die Offenbarung an, geht ohne die vielen Tautologien auf das Ziel los. Die Form ist hymnisch feierlich. Von bekannten Gebeten wäre etwa das למשה צוית im Sabbatmußaf des seph. Ritus zum Vergleich heranzuziehen. 2. וחתן לנו, das sich hier inhaltlich weit besser an die vorhergehenden Sätze anschließt, vermeidet ebenfalls hinter מועדים לשמחה das Parallelglied (חגים וזמנים לששון), gibt aber dafür den Festtag genau mit den Worten von M. Sofrim an: את יום מקרא קדש הזה את יום [חג] המעות הזה לשטחה וליום טוב ולמקרא יום מקרא קדש הזה יום צום הכפורים הזה ,(442 .3)2קדש (S. 434), יום מקרא קדש הזה יום חג הסכות הזה (S. 444), את יום מקרא קדש הזה את יום שמיני עצרת הזה לשמחה וליום טוב ולמקרא קדש (S. 436). Auch für die Mittelfeiertage ist die Bezeichnung korrekt: מועד חג 1המצות) (S. 441), מועד חג הסכות (S. 446). 3. Ganz neu und eigenartig ist die biblische Begründüng, die an ותתן לנו anschließt. Zunächst ככתוב בתורתך mit Versen, die aus dem Abschnitt über die Feste, Lev. Kap. 23, d. h. der alten Toravorlesung für die Feste entnommen sind, (MegillalV). Das ist der Punkt, bei dem wir einen Text für das Wochenfest am schmerzlichsten vermissen werden; wir würden gern erfahren, welches Stück für das Wochenfest verwendet wurde, ob man beim Fehlen passender Verse in Lev. 23 auch hier, wie bei der Toravorlesung, zu שבעה שבעות Deut. 16,, 9 seine Zuflucht nahm. An die Pentateuchverse schließen sich nun andere aus den Propheten und Hagiographen an, wie es sonst lediglich von der Mußaftefilla für den Neujahrstag bekannt ist. Freilich belegt sind die Verse nur für Schemini Azereth, aber zweifellos haben l) Der Text stimmt mit der Münchener Handschrift von Sofrim überein, vgl. Müller, S. 265, N. 12.