Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 583 (sequence 29)
- Language
- German
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Kontroversen zwischen Juden und Christen. 583 lassen, euer sogenanntes Evangelium kennen zu lernen. Was ich jedoch darin fand, scheint mir zu groß und wunderbar, als daß ich es für mögli ch hielte, darnach leben zu könne n«1). Es ist gar sehr bedauerlich, daß Justin, der sonst mit so breitem Behagen, auf alle, selbst die unbedeutendsten Einwendungen Tryphons eingeht und vielfach ganz überflüssig sich der denkbarsten Ausführlichkeit befleißigt, gerade auf dieses für ihn so wertvolle Zugeständnis des Juden Tryphon mit keinem Worte reagiert, und andererseits kein Bedürfnis empfindet, den Vorwurf der Unbrauchbarkeit des Evangeliums abzuwehren. Denn dieses Urteil aus dem Munde eines Alltagsphilosophen von der Qualität eines Tryphon, der von der Religion verlangt, daß sie häuptsächlich auf das Praktische gerichtet sei und Vorschriften und Lehren enthalte, die restlos ausgeführt und beobachtet werden können, involviert, so anerkennend es auf der einen Seite klingt, zugleich einen schweren Tadel. Es will damit gesagt sein: das erhabenste Ideal sei unnütz, wenn es unerreichbar. Justin, wie gesagt, überhört beides: das Lob und den Tadel. Wir aber würden gern erfahren haben, wie damals die große Menge der unbefriedigt aus den Philosophenschulen gekommenen und auf das Christentum geratenen Heiden, die dessen Ausbreitung so ungemein in der heidnischen Welt gefördert haben, gerade über diesen so bedeutsamen Punkt gedacht, wie sie dem Einwand: dem Evangelium hafte der große Mangel der Unfruchtbarkeit seiner Lehren an, begegneten. Allein Justin, der soviel Worte über die Außenseite des Mosaismus macht, den er als zeitlich überwunden hinstellt, ohne nach dem Beispiele Jesu in dessen Inneres: in »das Schwerste im Gesetz«, eindringen zu können; der tiefere Sinn des Evangeliums •) Dial. c. 10: ‘Yjjuäv Si xoci tz. sv ׳rcjS >.sY0ysvü> soxyyskiu* TcapaYY&״-<CT0c ■9־aujjta<7׳ra ou׳rws ■tai cTtiaTapi.p.ai, w; ÖTSoXocj/ßamv y.7|Seva. <Uuva<r9־a1 fuXkty.i aüxa.. .