Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 576 (sequence 22)
- Language
- German
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576 Die Wortführer des Judentnms in den ältesten die du angeführt, sich auf ihn beziehen, geben wir zu. Auch den Namen Jesus, den schon der Sohn Nun führte, trägt er nach meinem Bedünken mit Recht. Allein, daß der Christ auf eine so schimpfliche Weise gekreuzigt werden mußte, das können wir noch nicht begreifen. Heißt es doch im Gesetz: der Gekreuzigte ist verflucht. Die Schrift predigt zwar deutlich von einem Christus, der Leiden ertragen muß; wir wünschen jedoch zu vernehmen, ob du beweisen kannst, daß er die im Gesetz mit dem Fluche belegten Leiden erdulden mußte. Daß er leiden und wie ein Schaf hingeführt werden werde, wissen wir bereits; beweise uns nun, daß er gekreuzigt werden und einen entehrenden und schändlichen Tod sterben mußte. Denn das vermögen wir nicht einzusehen«1). Und wenn endlich Justin sich seines Sieges über die ungläubigen Gegner schon sicher zu fühlen anfängt, wenn er sie unter Vorführung eines überreichen Beweismaterials aus Moses und den Propheten von der Existenz eines zweiten Gottes und dessen Identität mit dem Christ überzeugt zu haben glaubt; dann vernichtet Tr/phon alle seine :Hoffnungen mit dem einen Worte: »Euch, die ihr aus den Heiden kommt, mag er immerhin Herr, Christus und offenbarter Gott sein nach den Andeutungen der Schrift, da ihr euch nach seinem Namen Christen nennen müßt. Wir aber, die wir Diener des Gottes sind, der ihn geschaffen, wir bedürfen seiner nicht, weder inbezug auf das Bekenntnis, noch inbezug auf die Anbetung«2). Überhaupt war es für Tryphon und seine Freunde eine feststehende Tatsache, daß der Messias noch nicht erschienen und die Diskussion, in die sie mit Justin getreten, war von ihnen von vornherein als eine rein akademische gedacht. Sie, die wie das gesamte nationalge- ף Dial. c. 89. Dial. c. 64■