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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 5 · p. Seite 573

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 5
Article
Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
Date
1911-01-01
Page
Seite 573 (sequence 19)
Language
German
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Kontroversen zwischen Juden und Christen. 573 unternimmst eine unglaubliche und fast unmögliche Sache, wenn du beweisen willst, Gott habe geboren und Mensch werden können«1). Einmal macht ein Einwand Tryphons gegen diese Lehren sogar den allezeit schlagfertigen Justin stutzig, so daß er zugeben muß, daß derselbe bedeutsam und tatsächlich geeignet sei, Zweifel zu erregen. Tryphon hält ihm nämlich entgegen : Weil der Prophet Jesaia vorhergesagt hat: »es werde ein Reis aus dem Stamme Jesse hervorsprossen, ein Zweig aus seiner Wurzel aufsteigen, auf welchem der Geist des Herrn, der Geist der Wahrheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn ruhen werde;« weil der Prophet dieses vorhergesagt hat, willst du behaupten, dies werde von Christus gesprochen, der selbst zuvorGott gewesen, nach dem Willen Gottes Fleisch geworden und durch eine Jungfrau geboren worden sei. Sage mir nun wie kann dieser als präexistent angenommen werden, wenn er mit den Kräften des heiligen Geistes, erst erfüllt werden muß, da er ihrer bedürftig ist2 *)?« Justin zitiert die Worte des Propheten: »Wer wird seine Herkunft beschreiben können?« und knüpft daran die Bemerkung: »Wenn ihr dieses prophetische Wort für wahr haltet, müßt ihr da nicht zugeben, daß er nicht aus menschlichem Samengezeugtsei?« Worauf Tryphon: »Warum aber sagt dann das Wort zu David : von seinen Lenden werde Gott sich einen Sohn nehmen — und ihn auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen8)?« Aber selbst wenn Justin seine jüdischen Gegner soweit gebracht zu haben wähnt, .daß sie sich nicht mehr vor seiner Auffassung des Christ entsetzen, daß sie sich viell) Dial. c. 68. *) Dial. c. 87. *) Dial. c. 68.

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