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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 5 · p. Seite 569

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 5
Article
Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
Date
1911-01-01
Page
Seite 569 (sequence 15)
Language
German
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Kontroversen zwischen Juden und Christen. 569 Beschneidung, der Sabbathe, und Festtage und der Reinheits- Vorschriften. Der Kampf um diese religiösen Güter zieht sich wie ein roter Faden durch den ganzen Dialog. Ein anderes Judentum kennt er nicht. Schon zu Beginn seiner Unterhaltung mit Justin rät er diesem: »Wenn du mich anhören willst, denn ich betrachte mich bereits als deinen Freund, so beschneide dich, dann halte die Feste und Neumonde Gottes und tue alles mit redlichem Herzen wie es vorgeschrieben ist, und du wirst sicher Gnade finden«1). Diese jüdisch-hellenistischen Marktphilosophen glichen auf ein Haar unseren modernen, nur oberflächlich philosophisch gebildeten und ebenso oberflächlich mit ihrer eigenen Religion vertrauten Juden. Sie waren und blieben letzten Endes Juden aus unüberwindlicher Abneigung gegen heidnisches Wesen und heidnischen Götzendient. Darum will Tryphon auch nach außenhin den Juden von dem Heiden unterschieden wissen. Darum wirft er auch seinem Christliehen Gegner vor, daß sein Christentum reines Heidentum sei. »Ich habe mich«, sagt er, »bemüht, euere Lehren zu studieren. Insbesondere können wir nicht begreifen, daß ihr, die ihr Gott zu fürchten vorgebt und auch für besser haltet als die andern, euch in eurer Lebensweise in nichts von den Heiden unterscheidet; keine Feste und S ab b ath e f e i e rt, ke in e B e s ch neidung beobachtet und auf einen gekreuzigten Menschen eure Hoffnung setzt. Wie könnt ihr erwarten, Gutes von Gott zu erlangen, wenn ihr seine Gebote nicht achtet? Oder hast du nicht gelesen, daß die Seele aus dem Volke ausgerottet wird, die am achten Tag nicht beschnitten wird? — Diesen Bund ganz verwerfend, kümmert ihr euch nicht um die auf demselben gegründeten Einrichtungen und lebt in der Einbildung, Gott zu erkennen, obgleich ihr nichts von dem beobachtet, was die Vertreter Gottes üben«2). J) Dial. c. 8. •) Dial. c. 10.

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