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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 5 · p. Seite 567

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 5
Article
Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
Date
1911-01-01
Page
Seite 567 (sequence 13)
Language
German
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׳< Konteovefsen zwiscften jnden and Christen. 567 hoffe, als Moses und die Propheten zu bieten vermögen, erwidert er: »Enthalt denn die Lehre der ,Philosophen nicht eine gründliche Darstellung;der Gottheit? Stellen sie nicht eingehende Untersuchungen *an über die göttliche Alleinherrschaft und Vorsehung? Oder ist es nicht der Hauptzweck der Philosophie, das Göttliche zu erforschen1)?« Kein auch nur oberflächlicher Kenner des pharisäischen Judentums wird ernstlich behaupten wollen, daß dieser Tryphon, der in Argos mit Sokratikern verkehrt, um sich von ihnen in der Erforschung des Göttlichen fördern zu lassen, der dem jüdischen, von Rabbi Akiba mit flammender Begeisterung geschürten Aufstand gegen Rom unter Bar- Kochba in leichtfertiger Bequemlichkeit den Rücken kehrt, sich größtenteils in den griechischen Ländern aufhält, der die heidnische Philosophie in einen Rang mit Moses und den Propheten stellt ein pharisäischer Jude, oder gar — wie man behaupten will — ein pharisäischer Gesetzeslehrer sei. Auch sonst spielt sich dieser Tryphon gern als Liebhaber der Philosophie auf. — Wo Justin ihm und seinen Genossen in beredten Worten die Seligkeit schildert, die er empfunden, als ihm die Botschaft Jesu erschlossen wurde, wie da ein Feuer der Begeisterung in seinem Innern aufloderte für die Propheten und jene Männer, welche die Freunde Christi seien; erwidert Tryphon: »Ich bewundere deinen Eifer für Gott, würde es aber für besser halten, wenn du der Philosophie eines Plato oder eines anderen Philosophen weiter gefolgt wärest in Übung der Stärke, in der Überwindung und Mäßigung, als dich von falschen Lehrern irreführen zu lassen und Leuten zu folgen, die keine Achtung verdienen. Denn wärest du bei der Lehre jener Philosophen geblieben, so würde bei einem Sündenfreien Leiben die Hoffnung auf ein besseres Los dein Anteil sein«2). *) Justin Dial. e. 1. s) Dial. c. 8.

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