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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 5 · p. Seite 562

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 5
Article
Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
Date
1911-01-01
Page
Seite 562 (sequence 8)
Language
German
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562 Die Wortführer1 des Jiidentmro in den ältesten da überall griechische Juden; die nicht die mindeste Be- Mannschaft mit der pharisäischen Scftriftaiislegüng verraten, vielmehr oft größere Unwissenheit darin an den Täg legen als selbst ihre aus dem Heidentum stammenden Gegner. Es sind Diasporajuden, die Überhaupt mehr Vertrautheit mit der griechischen Literatur, Philosophie und Mythologie als mit dem jüdischen Schrifttum zeigen, griechische Juden, die nichts weiter als ihren monotheistischen Standpunkt verfechten und die Notwendigkeit der Beobachtung bestimmter nationaler Gebräuche betonen. An erster Stelle sei die Ättercätia Jasonis et Fäpiscr erwähnt. Dieser Dialog — die älteste uns bekannt gewordene Kontroverse zwischen Juden und Christen — ist zwar nicht mehr auf uns gekommen, doch erwähnt ihn der platonische Philosoph Celsus in seinem uns noch fragmentarisch erhaltenen »Logos Alethes« in wegwerfendem Tone, während Origenes ihn verteidigt. So ist es unschwer, sich ein Urteil über Form und Inhalt desselben zu bilden. Der Verfasser des Dialogs, Aristo von Pella, zweifellos ein jüdischer Christ, ist ein Sohn der Diaspora von Peräa, wo Jesus viel gewirkt und großen Anhang gefanden hatte. Päpiscus, der sich gegen das Christentum wehrt, ist ein alexandrihischer Jude, und Jason, der ihn bekehren will, ein Christ aus den Hebräern. Der Jude nun, d?er sich dem christlichen Gegner stellt, muß griechische; Bildung besessen haben, da er sieh, wie dies Origenes bezeugt, geschickt zu wehren versteht1). Es handelt sich dieser Schrift, Wie allen ähnlichen Kontroversen jener Zelt, darum, dem Juden aus dem Alten Testament zu beweisen: daß Jesus der verheißene Messias. Beide, Celsus und1 Origenes, orientieren uns Über den Inhalt und die Qualität des: Dialogs. Selbst aus den Äußerungen des letzteren, der ihn gegen den Christenbestreiter Celsus warm in Schutz nimmt,, geht zur Gewißheit hervor, daß es eine recht minderwertige ») Orig. c. C. IV, 52.

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