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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 5 · p. Seite 561

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 5
Article
Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
Date
1911-01-01
Page
Seite 561 (sequence 7)
Language
German
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Kontroversen zwischen Juden und Christen. 561 Und die Kirche, die sich im alleinigen Besitz der reinen Lehre Jesu wähnte und sich die allgemeine nannte, wie schwer hatte sie unter der Übermacht der ungezählten gnostischen Sekten, die den christlichen Boden bis in die Mitte des zweiten Jahrhunderts und darüber hinaus beherrschten, zu leiden! Wie hart war der Kampf, 4en sie gegen dieselben führte, wie vergiftet die Pfeile, die sie gegen einander schleuderten! Dagegen herrschte auf dem pharisäischen Boden die heiligste Stille. Abgesehen von einem ganz ungefährlichen Geplänkel mit den Sadduzäern und einer Anzahl von Kontroversen mit jüdischen Minäern, welche letztere, weil sie die göttliche Inspiration der Thora und die Auferstehungslehre leugnen und zwei Gottheiten annehmen1), verketzert werden, vernehmen wir kein lautes Wort, kein Reagieren auf die ringsum tosenden Wogen religiöser Bewegungen, aus denen die Kirche unter schwerem Ringen zur Siegerin sich emporschwang. Bedürfte es noch eines weiteren Beweises, daß das pharisäische Judentum sich insbesondere seit dem Ausbruche des messianischen Bewegungen, vollständig von der Außenwelt abgekehrt hatte, sich mit brünstigem Eifer in seine Traditionslehre vertiefend, und daß es zu dem entstehenden Christentum kein Verhältnis hatte, keines zu ihm gewinnen konnte; so läge er sicherlich darin, daß in den aus den beiden ersten christlichen Jahrhunderten auf uns noch gekommenen Kontroversen zwischen Juden und Christen es nicht pharisäische sondern immer nationalgesinnte hellenistische Juden sind, die auf die christlichen Angriffe reagieren oder die gegnerischen Positionen angreifen. Die Wortführer des Judentums sind der Buchstabengläubigen.— Im Pharisäismus aber gab es weder eine solche radikal-allegoristische, noch auch eine der phiionischen ähnli- •che Richtung. .שתי רשויות (' Monatsschrift, 55. Jahrgang, 36

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