Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Ursprung, Begriff und Umfang der allegorischen Schrifterklärung
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 553 (sequence 11)
- Language
- German
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der allegorischen Schrifterklärung. 553 chum aus Gimso, von dem er sie überliefert erhielt, totsächlich von Zeitgenossen angegriffen worden, wenn nri&n אתין וגטין, Partikeln, die lediglich nach Gesetzen der Sprache beigesetzt erscheinen, wie neue Agadoth an der einen, wie neue Hälachoth an der anderen Stelle liest oder als Quelle solcher ansieht, es bleibe dahingestellt, ob man in diesem Tannaitenkreise sprachliches Verständnis für die Partikeln gehabt hat oder nicht, daß sie ganz anderes darin sehen, es erklärt sich eben nur aus dem Glauben an den Überreichtum der Schrift bei ihnen, aus der Meinung vom Übersinn, den ■in der Schrift jedes Wert und auch di« Pjutikei haben müsse, und den man nur herauszudeuten habe. Um diese Zeit, und ganz im Geiste derselben, muß auch auf agadischem Gebiete die leichte, fast spielende Art von Schriftauslegung, die an die heutige Predigerart erinnert, aufgekommen sein, Zeitverhältnisse im Schriftwort wiedergpr spiegelt zu finden. Es ist bekannt, wie in der Zeit unseres Akiba hen Joseph, der ja auch eine politische Rolle gespielt, zahlreiche Stellen der Schrift in Vorträgen der Lehrer zu Kampfesmitteln benutzt wurden, kriegerischen Geist in der jüd. Nation ,anzufachen. Da mußten .denn Namen von Personen und Dingen, die an sich etwas ganz anderes bedeuten, je nach dem Zusammenhang, in ,dem sie in der Schrift stehen, sich auf einmal gefallen lassen, symbolische Bedeutung anzu nehmen, wonach sie Anspielung auf das, was jene Zeit bewegte, enthalten sollten. Eines der interessantesten Beispiele dieser Art ist vielleicht Midr. Wajikra tabba c. 13, wo 4 ,11) זה הגמל) aus dem Gesetzesabschnitt שמיני auf Babel und seine fallende Macht und so das Übrige von Namen der unreinen Tiere bis auf 7 ,11) החזיר) auf Edom, bekanntlich den symbolischen Namen des damals so gehaßten Rom, gedeutet wird. Das alles ist Auslegungs-Agada, besser Anwendungs-Midrasch, ist homiletischer Art, auf den Augenblick berechnet, hat mit Allegorie als stehender Auslegung nichts zu tun. Erst in der