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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 5 · p. Seite 548

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 5
Article
Ursprung, Begriff und Umfang der allegorischen Schrifterklärung
Date
1911-01-01
Page
Seite 548 (sequence 6)
Language
German
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548 Ursprung, Begriff und Umfang lassen? Indessen, die Erkläriiüg liegt so fern nicht Es lag ftft* Propheten und Hägiögräphen gar kein Bedürfnis einer Auslegung vor, wie• sie Bei dem Älexändriher gegeben wird, weiß? ein äußeres noch eih-inneres. Gekannt hgt Philo Öeidesj Propheten ündlHagiögräphen; in welchem Urnfange; Bleibt dahingestellt; aber kirchliches Ansehen- Hatte nur der Nömös oder Pentateuch; dieser allein erfreute sich göttesdienstlichen Gebrauchs. Das Prophetenwie das Psalmen wort; afsah sich schon ethische Lehre enthaltend, bot auch keine Aufforderung zu allegorischer Auslegung. Rein literarisches Ittteresse aber; wie das eine Bearbeitung der außerpehtatfeUchischen־ Bücher• hätte haben müssen; kannte die Zeit Philös! rfoch5 wenig; sie verlangte lediglich eine Auslegung der beitn- Gottesdienst i'nr Gebrauch befindlichen Bücher des Pentateuchs. Diesen gegenüber aber macht auch Philo aüagiehigen, ja ausschweifenden Gebrauch■ von ׳allegorischer׳ Auflegung; die biblischen Personen, biblischen Vorgänge, selbst Gesetzesbestimmungen deutet er in allegorischem Sinne min; macht alles zu allgemeinen Typen, zu intellektüellen öder ethischen Begriffen. Zeller hat recht, wenn er1) sägt : südht: er (Philo) auch nicht in allem־ einten tieferen Sinü, so gibt es doch schlechterdings nichts, worin er ihn nicht hätte finden können; wenn er gewollt hätte. Hier, in däs-s\V6rt des Nömos; äis: weichten Philo bekanntlich den gähzen Pentateuch ärisieht, drängt er all seine ■Psychologie uüä״ Ethik; seine philösophiscHen Spekülätiörien1 hinein, hier vollzieht sich der sogenannte alexandriniscHe Syncretismüs, d«r׳?VeftechmteIzüngsprozeß jüdischen׳ Glaubens, jüdischer LeHte mit griechischem Geiste, griechischen Bildung, grreeftifechter Philosophie. ImmerHin bemerkt man bei unserem AiÖxäÜdririer ‘eitle gewisse Selbstbesc-hrähkung in bezUg auf B^uizüng biblischem Persöhen* zu Allegorien; Es sind fast dü>Cfivfeg: PfersbÜeh 'der prähistörischen Zeit, die er zu ' 1) Die PJiilos. d. Grieche«, Öd. III, Ätit. 3; S. 347. Alim. 6.

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