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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 5 · p. Seite 547

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 5
Article
Ursprung, Begriff und Umfang der allegorischen Schrifterklärung
Date
1911-01-01
Page
Seite 547 (sequence 5)
Language
German
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der allegorischen Schrifterklärung 547 Weise gelten läßt, wie dies besonders in den Quaestiones in Gen. und Exod. geschieht. Daselbst führt er erstere.Erklärung mit der Formel ad mentern, letztere mit dem Ausdruck ad litteram ein. Das Verhältnis der beiden Auslegungsarten bestimmt er de Migr. Abr. § 93 dahin, daß, wenn die buchstäbliche Auffassung des Schriftwortes den Leib, wie sich E. Zeller ausdrückt, darstelle, die andere die Seele des Schriftwortes bedeute. Woher unserem Alexandriner die Ailegoristik überkommen ist? Von außen nicht, so nahe es liegt, hier an die Stoiker, die Gleiches auf dem Gebiet der griechischen Mythe angewendet, — was auch die Meinung E. Zellers ist — als seine Lehrer zu denken. Es ist bekannt, daß Philo für sein Verfahren Vorgänger hat, er ,beruft sich wiederholt auf solche, aber es sind Juden, wie er selbst. Die Ailegoristik, wie sie bei Philo und ebenso bei seinen Vorgängern auftritt, ist — darin stimme ich dem neueren Philo-Bearbeiter, dem schon genannten E. Herräot in dem Kapitel »Ailegoristik Philo’s« bei — auf eigenstem jüdischen Boden erwachsen, ist ein Produkt des im jüdischen Volke lebenden Genius, der dem abstrakten Ausdrucke für Dinge, der Abstraktion, das Bild, den bildlichen Ausdruck, vorzieht Die Propheten, die poetischen Bücher der heil. Schrift sind nur so, unter Berücksichtigung dieses Grundzugs jüdischen Genius zu verstehen. Und eben dieser Genius ist es, der bei Philo, da die mystische Richtung der alexandrinischen Schule bei ihm hinzutritt, zur Ailegoristik wird. Es ist des öfteren die Frage aufgeworfen worden, warum so wenig von außerpentateuchischen Büchern, warum nur sporadisch eine Propheten- oder PsalmensteUe wie 1. Sam. 2, 5 in Q. Deus sit immutab. § 10 ff., Jerem. 3, 4 in De Cher. § 49 Gegenstand philosophischer Exegese, insbesondere der bei ihm beliebten allegorischen Auslegung geworden ist. Ist es Zufall, sind es innere Gründe, die ihn bei den pentateuchischen Büchern haben stehen 35*

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