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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 5 · p. Seite 546

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 5
Article
Ursprung, Begriff und Umfang der allegorischen Schrifterklärung
Date
1911-01-01
Page
Seite 546 (sequence 4)
Language
German
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546 Ursprung, Begriff uiid Umfang Sinne, das an sich unschuldig, im weiteren Verlauf des Prozesses aber, indem es für den voO; »die Vernunft« Hindernis wird, die Führung zu behalten, die Leidenschaft erzeugt, und darum fluchwürdig wird Leg. Alleg. 111, 71 ff., 107 ff. ln dieses Gewebe von Allegorien wird gleich auch die Erzählung von der Schlange bei Mose IV. M. 11, 21 hineingezogen und diese in gleichem Sinne gedeutet. Man macht dabei die Beobachtung, daß Philo's Aufbau von Allegorien bemerkenswerte Ähnlichkeit mit der Architektonik des palästinischen Midrasch aufweist, dort wie da werden Schriftstellen, die nach irgend einer Seite etwas Gemeinsames zeigen, auf einander bezogen, und zwar bei Philo mit fast endloser Breite, wie eben obiges Thema, die allegorische Bedeutung des von den ersten Menschen Erzählten, durch die lange Paragraphenreihe, Leg. Alleg. 11, § 19 bis Schluß des Buches und daselbst III, § 1 bis 199 ed. C. durchgeführt wird. Im Ausdruck maßlos, überschwenglich, in dem Gedanken zum großen Teil mystisch, zu Forderungen, Annahmen sich versteigend, die der Wirklichkeit und ihren Möglichkeiten Hohn sprechen, wie wenn er seinen Weisen den Tod des Leibes beschließen läßt, das. III, § 74. Nach E. Herriots zutreffender Charakteristik in seinem »Philon le Juif« beginnt Philo mit Ekstase und endet mit Mystik. So, um ein zweites, besonders instruktives Beispiel anzuführen; de Somn. I, § 52 ff. dies. Ausg. kann er nicht glauben, daß die Erzählung von Abraham s Wanderungen um ihrer selbst willen da sei, wie wenn sie von einem Logographen gegeben wäre. Er sieht vielmehr darin den, an sich ansprechenden, sokratischen Gedanken, daß die Philosophie von astronomischen Dingen beim Mensehen, als dem würdigsten Objekt philosophischer Forschung, Einkehrzu halten habe. Es ist zu gerechter Würdigung dieses Strebens nach allegorischer Auffassung und Deutung der Schrift bei Philo durchgängig darauf zu achten, daß er neben die allegorische Erklärung auch die andere nach dem Wortsinn setzt oder wo er sie bei anderen findet, sie in gleicher

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