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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 5 · p. Seite 538

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 5
Article
Das Steinewerfen in Koheleth 3,5, in der Deukalionsage und im Hermeskult
Date
1911-01-01
Page
Seite 538 (sequence 8)
Language
German
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538 Das י Stein« werfen« in Koheleth 3, 5, der Samen, der das ganze Menschengeschlecht erhält. Ihr brauchtet mir nicht 100 Franken zu geben, und ich will glauben, daß das die eigentlichen Steine waren, mit denen Deukalion und Pyrrha das durch die Sintflut zernichtete Menschengeschlecht wieder herstellten«. Die Handlung des Steinewerfens ist ein Bildzauber, der symbolische Akt ruft auf geheimnisvolle Weise die beabsichtigte Wirkung hervor, wie wenn etwa die Indianer durch den Büffeltanz die Büffel in die Fallen locken wollen. Wie ist aber der symbolische Ausdruck Steinewerfen zeugen entstanden? Ober einen Gedankengang, der wohl in graue Urzeit zurückreicht, in der der Menschengeist noch andere Wege ging, lassen sich natürlich nur Vermutungen aussprechen. Eine Parallele zum Werfen von Steinen finden wir im Werfen oder Spritzen von Wasser=zeugen, erschaffen. O. Dähnhardt berichtet in »Natursagen« I, S. 18, von einer indischen Sage, nach der die Teufel durch Ausspritzen von Meerwasser entstanden. Eine ukrainische Sage erzählt I, S. 49: Gott befahl dem Teufel seine Finger ins Meer zu tauchen und, ohne sich umzusehen, Wasser hinter sich zu werfen. Der Teufel war ungehorsam, sah sich um, und erblickte seinesgleichen. Darauf setzte er den Versuch fort und es entstand eine unsägliche Menge Teufel. Nach einer Variante sagte Petrus zum Teufel: Schaffe dir Helfer, nimm Wasser, spritze hinter dich. So vielmal du spritzest, soviel Teufel werden entstehen. Auch auf Adam wird die Sage übertragen, Dähnh. 1,49. Es leuchtet ein, daß Wasser spritzen als symbolischer Ausdruck für den Geschlechtsakt nahe lag. Wasserwerfen dürfte daher die ursprüngliche, bei einem am Meere wohnenden Volke entstandene Fassung des Ausdrucks sein. Das Material der Menschenschöpfung im Mythus wechselt nach Gegend und Beschäftigung der Völker, ln ״der mesopotamischen Tiefebene dachte man sich den Mensehen aus Lehm erschaffen, im Gebirge aus Steinen hervorgehämmert (Dähnhardt 1, 18, Anm. 1.1. 83), unter Schmieden

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