Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das Steinewerfen in Koheleth 3,5, in der Deukalionsage und im Hermeskult
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 536 (sequence 6)
- Language
- German
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536 Das »Sfeinewerfen« in Koheleih 3, 5, Vollständig jedoch ging der Ausdruck dicht verlören■: er hat sich in europäischen Volksbräuchen erhalten. »Eine deutsche Volkssage«'schreibtPlöß1), »läßt die Kinder aus Steinen kommen. So bringt ih Cärnmin der Storch die Kinder Vom großen Stein.« ln der Schweiz ist die Vorstellung verbreitet, daß der von einem Gewitter heräbgeworfene Stein den Kindertrog öffnet. Donnert es, so sagt man Leuten, die ein Kind durch den Tod verloren haben, zum Trost: es ist wieder ein Stein von der großen Fltih heruntergepoltert, jetzt kann die Hebamme wieder ein anderes herausholen. Das Landvolk der Schweiz nennt die Nagelflüh Titisteine oder Kleinkindersteine. Teti heißt Kindlein, daher Titisteine«. Noch deutlicher spricht ein anderer Brauch in Pömmerrt. »In Pommern bezeichnet man kleine, rundliche, glätte Steine von schwarzer oder milchweißer Farbe als »Adebarsteine« (Storchsteine). Diese werfen die Kinder sich rückwärts über den Kopf und bitten dabei den Adebar um ein Brüderchen öder ein Schwesterchen׳ .(2־Steine werfen« ist hier genau wie in Koheleth symbolische Bezeichnung für Kinderzeugen. Ist nun die Bedeutung des Ausdrucks über allen Zweifel sichergestellt Und zugleich durch sein Vorkommen ln Koheleth sein hohes Alter bezeugt, so rückt die Deukälidnsage in ein neues Licht. Bekanntlich Stimmt diese griechische Sintflutsäge mit den orientalischen Flutsagen in den meisten Zügen überein. Deukäliort und Pyrrha retten sich allein in einem hölzernen Kästen vor der großen Flut, die auf Zeus’ Befehl das ganze Menschengeschlecht vernichtet. Neun Tage und Nächte fahren sie auf dem Wasser umher,-׳endlich landen klärt בכירי ישראל מושיבים :אבנים wie תשתפכנה אבני קידש Kiagei. 4,1, wo Raschi bemerkt: בנים בנים המאירים כאבנים טובות sind dort die •בני ציון י) Das Kind I, $. 33. *) Zeitschrift für Volkskunde * *Am Urquell«, heraüsgegeben von F. S. Krauß, Bd. V, S, 255, A. Haas, RügenSche Sagen, N. 139. Freundliebe Mitteilung von Herrn Dr. D. Ernst Oppenheim in Wien.