Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das Steinewerfen in Koheleth 3,5, in der Deukalionsage und im Hermeskult
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 532 (sequence 2)
- Language
- German
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532 Das »Steinewerfen-« in Kobeleth 3, 5, Zu diesem Verse schreibt Delitzsch: »Schwieriger zu sagen ist, was den Verfasser auf die zwei folgenden Gegensatz-Paare hinführt V. 5: Steinewerfen hat seine Zeit, und Steinesammeln hat seine Zeit; Umfahen hat seine Zeit und Enthaltung vom Umarmen hat seine Zeit Bestand zu des Verfassers Zeit schon die altjüdische Sitte, dem Toten drei Schaufeln Erde ins Grab nachzuwerfen, und führt ihn dies auf das הש^יך אבנים? Man bedarf aber so zufälliger Gedankenverknüpfung nicht, denn auch das *Paar 5a unterstellt si־ch noch den Gattungsbegriffen des ,Lebens und des Todes : Steine werfend ruiniert man den Äcker 2 K 8, 25, und Steine zusammensuchend und entfernend kultiviert man ihn. Folgt nun לחבוק, weil auch das mit Armen und Händen geschieht? Schwerlich, sondern dem feindlichen, geflissentlich schädigenden Steinewerfen tritt die Liebesbetätigung des Umfahens an die Seite.« Delitzsch*s Erklärung befriedigt nicht. Das Nachwerfen der drei Schaufeln Erde können wir bei Seite lassen, denn abgesehen davon, daß es sich um Erde und nicht um Steine handelt, entspricht das Nachwerfen der Erde nicht dem Urnarmen. Aber auch das Ruinieren der Äcker durch Steinew«rfen im Kriege korrespondiert nicht mit Umarmen, und selbst wenn wir den ersten Halbvers umdrehen, so daß das Entsteinen mit Umarmen korrespondiert, so ist dies Kultivieren des Ackers nur sehr gezwungen mit 'Umarmen in Parallele zu setzen. Delitzsch folgen die meisten neueren Erklärer, so Volck, Wildeboer, Siegfried. Auch andere Erklärungen wie »eine Mauer zerstören« für Steineweifen und »zum Festungsbau sammeln« '(Graetz) oder »Werfen und Sammeln von Schleudersteinen*< (Zapletal) sind verfehlt», Fragen wir zunächst: Was erwarten wir an Stelle von Steinewerfen und Steinesammeln in unserem Vers? Werin wir vom zweiten Hflbvers ausgehen: »Eine Zeit ist für^s Umarmen und eine Zeit ist, sich vom Umarmen fernzu..-