Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das Steinewerfen in Koheleth 3,5, in der Deukalionsage und im Hermeskult
- Date
- 1911-01-01
- Page
- 531 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829835-2829841-2890980--38991-2891015- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Bas ״Steinewerfen“ in K0heleth3, S, in derDeukalionsage und im Hermeskult1). Von Ludwig• L©vy. »Alles hat seine Zeit,« so leitet Koheleth sein drittes Kapitel ein, hilflos steht der Mensch der ehernen, unabänderlichen, von Gott gegebenen Ordnung der Dinge gegenüber. Mit V. 2 beginnen 7 Paare von Antithesen. Jedes Antithesenpaar bildet ein geschlossenes Ganzes, das mit dem Vorhergehenden und Folgenden nicht zusammenhängt. Jedes Paar zerfällt aber in 2 eng untereinander zusammenhängende Parallelen. Das erste Antithesenpaar beginnt mit dem Lebensanfang und Lebensende des Menschen und (parallel) der Pflanze. Daß »weinen und lachen« und »klagen und tanzen« (V. 4) Parallelen sind, braucht nicht erst bewiesen zu werden. Dasselbe gilt für »suchen und verloren geben«, »erhalten und wegwerfen« V. 6, für »zerreißen und nähen«, »schweigen und reden«, beides Äußerungen der Trauer und ihrer Beendigung V. 7, ebenso für »Liebe und Haß«, im Völkerleben »Krieg und Frieden« V. 8. Von der Erklärung der Parallele V. 3 wollen wir hier absehen, sie würde uns zu weit führen. Auffallend und bisher unerklärt ist die Parallele des 5. Verses : עת להקזליןד »בנים ועת ןנ1ם $}נ;3ים ־עת לדוטיק ועת לרז^ק מחןק: Es ist eine Zeit Steine zu werfen und eine Zeit Steine zu sammeln, eine Zeit zu umarmen und eine Zeit dem Umarmen fernzubleiben. ') Ein Kapitel aus meinem demnächst erscheinenden Koheleth* kommentar. 34'