Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 5 · p. Seite 515

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 5
Article
Die Ethik R. Saadjas
Date
1911-01-01
Page
Seite 515 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829835-2829841-2890979--38974-2890999
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Ethik R. Saadjas. 515 die Unmöglichkeit, den ethischen Stoff anders als durch die gleichzeitige ■Behandlung des religiösen zu gewinnen, verliert die Ethik bei Saadja die Einheit. Er führt die Unter- Buchung auf den ethischen Gehalt gewisser P&rtieen in der Überlieferung eine Zeit fang fort, bricht dann ab und geht, ohne das ethische ■Resumöe gezogen zu haben, auf andere Fragen ein. Man gelangt dadurch zu dem, wie wir später sehen werden, oft berechtigten Zweifel, ob ihm innerhalb des ihm von der jüdischen ■Überlieferung (worunter wir ■bei Saadja Babel und Talmud verstehen) gegebenen 'Stdffes eine durchgehende Unterscheidung zwischen reüglSsen und ethisehen Forderungen gelungen ist 'Wir werden daher, am uns über diesen Punkt klar zu werden und, im Interesse der systematischen Einheit, den zerstreuten Stoff zu ordnen, zuerst die Grundbegriffe der Ethik und 'dann die * *Ethik als Tugend- und Güterlehre zu -behandeln versuchen. Bevor wir jedoch an spezifisch ethische Fragen herantreten, dürfte es gerechtfertigt erscheinen, zuerst die *Erkenntnistheorie Saadjas kurz auszuführen, weil sie bei ihm, wie bei jedem Philosophen, die Grundlage and mithin den Schlüssel zum Verständnis seiner ganzen Philossphie bildet. Wir besprechen hier hauptsächlich die Erken&tnispeUen Saadjas jmd,il1r ^®rM^f3tis ,pr!Ethik. Der mächtige Einfluß, :den die;griechische Philosophie auch auf Saadja ausgeSbt ihat, zeigt Sich vorällemdarin, daß ihm wie ja auch .den griechischen;Denkern seit?Sokrates, die wahre Sittlichkeit nur auf;klarer und richtiger Erkenntnis beruht.?So sagt ,er sogleichiin der Einleitung1): 694-707) Ooldziher -ZDJVtG. XXXV, 773-783, D. Kaufmann ZDMQ XXXVII, 230—249) u. D. Simonsen (in GuUtnanns Religionsphilosophie des Saadja, s. dessen Vorwort) ergeben ־haben, wodnrch der von uns benutzte Text ,als zuverlässig gelten!kann. Bekanntlich iiegt der ganze arabische Text seit ,1880.gedruckt vor. Der Vetf. war . aber außer Stande, unmittelbar ans dieser Quelle zu schöpfen. *) Emunot we-Deöt s. 2: ושסיאשד יוייעתם ובו׳♦ 33*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.