Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 508 (sequence 6)
- Language
- German
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508 Besprechungen. umgemodelt« worden sind, wirft noch die Frage auf, was den oder die Redaktoren der Pesikta veraniaßte, »echte Pethichot in unechte umzuwandeln«, und meint, die Antwort kann nur lauten, er oder sie hatten keine echten Pethichot zu Num. VII vorgefunden, und die echten Pethichot wurden in unechte umgemodelt — weil man zu (Sabbat-) Chanukka Pethichot für die entsprechende Toralektion haben wollte usw. (S. 34 f.)• Man ersieht nicht, zu welchem Ergebnisse der Verfasser gelangt wäre, wenn er statt der Pethicha ,וידי ביום כלת משד eine andere Piska zum Ausgangspunkt der Untersuchung gewählt hätte. Eine so weitgehende Untersuchung darf nicht auf der schmalen Grundlage einer einzigen Piska aus einem einzigen Midraschwerke geführt werden. Von den ältesten Midraschim liegt in einer Buberschen Edition aus der Pesikta der Midrasch Echa rabbati vor, der mit einer ganzen Sammlung von alten פתיחתא דחכימי beginnt, und in meiner kritischen Ausgabe des Bereschit rabba bieten auch die bisher erschienenen Paraschos ein reiches Material zur Behandlung der Pethichot .־— In der ganzen Anlage der Pesiktajwie der Pesikta rabbati und der anderen Homilien-Midraschim, Vajikra rabba, Tanchuma usw. muß immer als das auffallendste erscheinen, daß jede Piska, Homilie, die durch ihren Aufbau, ihren formellen Schluß, kunstgerecht durchgeführt, als ein abgeschlossenes Ganzes uns vorliegt, mehrere Pethichot zu dem betreffenden Schriftabschnitte, aber fortlaufende Auslegungen nur zu den ersten Versen desselben enthält — vgl. die von mir Monatsschrift 1879, S. 339 mitgeteilte Ansicht Jellinek's, ferner meine Ausführungen Monatsschrift das S. llOfg. Jg. 1881, S. 505 fg. Jg. 1885, S. 361; Maybaum, Homiletik S. 8, und Die ältesten Phasen etc. S. 42. Nach Künstlinger soll schon der Name Pesikta »fragmentum« (von פסק) bedeuten! »Das Ende der fortlaufenden Erklärungen ist — wie dies bei allen Piskäöt der Fall ist — abgeschnitten. Der oder die Redaktoren gingen wolrl von zweierlei Gesichtspunkte aus, wenn sie jede Pisqä von vorneherein als ein Fragment ließen. 1. Für fortlaufende Erklärungen der Bibelverse waren mehrere MidräSim, halächische wie agädische, vorhanden gewesen. Der Vortragende verfügte somit über ein ziemlich reiches Material, aus dem er schöpfen konnte. 2. Der Vortragende, der doch wohL Exeget vom Fache gewesen war, konnte die fortlaufenden Erklärungen auch selbst zustande bringen. Nicht so leicht war es hingegen von jedermann zu verlangen, er solle ein Kunstgebilde, wie die Petihä es ist, selber schaffen können. Daher verfertigte man für die ausgezeichneten Sabbate und Feste Petihäformularien. Man sammelte aus verschiedenen Midrääim, die eine Petihä für jede Törälektion und fortlaufenden Textkommentar hatten, die Petihot für jene