Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 507 (sequence 5)
- Language
- German
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Besprechungen. 507 diese Deutungen kein »sogenanntes« zusammengesetztes Proömium, sondern die erste, zweite und vierte Deutung, auch wenn sie an anderen Orten »selbständige, echte oder unechte, ganze oder fragmentierte« Pethichot gewesen sein mögen, sind »Parergaagädöt« zu einer Pethicha, die wohl ursprünglich der Deut. 14, 22 verfaßt war! Merkwürdig, daß sich in der Plska עשר תעשר in der Pesikta (und in Tanchuma, ed. Buber, ראה Nr. 4—17, Tanchuma ראה Nr. 1018—־), wie in der Piska in der Pesikta rabbati S. 126 aff. keine Spur von jener echten Pethicha findet, wie sie Künstlinger (S. 31) konstruiert. Die Deutung von Prov. 30, 4 in der Pesikta, meint Künstlinger, klammert sich an das Wort ויהי היקם und setzte es mit ויהי ביום כלות משה in Verbindung, um eine »künstliche Inclusio« zusammenzubringen, und gibt an, wie die »falsche« Pethicha etwa lautete (S. 32). Mit Hilfe der Theorie von den »Parergaagädöt« und »Okkasionsagädöt« sucht der Verfasser auch »den ursprünglichen Bau, die Morphologie« der anderen Pathichot in der ersten Piska der Pesikta zu eruieren. In Bezug auf die erste Pethicha, auf deren ganz besonders eingehende Behandlung (S. 11—26; Tabellen S. 14—25) der Verfasser außerordentlich viel Mühe und Scharfsinn verwandte, gelangt er zu dem Resultate: »»Die vergleichenden Tabellen der Parerga« und Okkasionsagadot beweisen klar und deutlich, daß PRK=PPA (Pesikta Panim Acherim in מית תלמוד V, S. 48ff.) nur eine Reihe von Parerga-Okkasionagädöt zu einer Petibä ויהי ביום כלות משה vorstelle, selbst aber keine Petihä sein könne. Die Parasitenagädöt zerfraßen gänzlich den Stamm * der ihnen zugrundeliegenden Petihä, von der kaum noch eine Spur zu merken ist.«« Das ist keine Midrasch-Kritik und keine Rekonstruktion eines Midrasch, das ist eine Art prähistorischer Midrasch-Dichtung, gegen die man Verwahrung einlegen muß. In welchen Zeiträumen sollen denn die »Parasitenagadot,« die Parergaagädöt« und die »Okkasionsagädöt«, welche letztere der Verfasser S. 11 »Parasiten zweiter Klasse« nennt, ihr zerstörendes Werk vollbracht haben, daß sie gänzlich den Stamm einer Pethicha »zerfraßen«, von der die Pethicha in der so alten Pesikta kaum mehr noch eine Spur zeigt? Darf man so gering von den Urhebern der alten Midraschim denken, daß sie allerlei Bei* werk statt echter Deutungen gaben? Der Verfasser, der seine Ver•* mutüiigen als tatsächlich erwiesen hinstellt, daß die erste Piska* welche Pethichot zu Num. c. VII enthalten sollte, aus echten Pethichot zu Lev. IX, 1, Lev. IX (od. Ex. XL), Lev, IX, Deut. XIV, 22., Num. VI, 24, Ex. XL, 34—35 besteht, und sagen kann, daß diese Pethichot zum Zwecke einer Deutung zu Num. VII »so ziemlich ungeschickt