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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 4 · p. Seite 509

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1911-01-01
Page
Seite 509 (sequence 7)
Language
German
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Besprechungen. 509 Torälektion, welche an den ausgezeichneten Sabbaten und Festtagen vorgelesen wurde, übernahm einige fortlaufende Erklärungen zu einigen Sätzen — und so erstand die Pesiqtä. Der jeweilige Exeget konnte an diesen Tagen eine Petihä . . . aus diesen Formularien sich auswählen, um vor dem Beginne der fortlaufenden Erklärung sie zu verwerten. Die Pesiqtä . . . bildet ein solches Formularienbuch, aus dem der Vortragende . . . Peiihöt, insoferne er sie selber nicht bilden konnte, für seinen Zweck benutzte. Den Anfang der fortlaufen•־ den Erklärungen, manchmal (?) auch das Schlußtrostwort oder die messianische Verheißung, nahm die Pesiqtä mit auf, um den Charakter ihrer Entstehung anzuzeigen (!). Die MidräSim bestanden zuvörderst — wie man aus allen uns zugebote stehenden eruieren kann — aus solchen, die sich 1. mit der Einzeldeutung des ganzen biblischen Textes, 2, mit einer Petihä als generellen Interpretation, sowie mit Efnzeldeutungen zu den *Törälektionen und Haftäröt — und 3. mit Formularien, die aus Petihötsammlungen mit einem Fragment aus verschiedenen Einzeldeutungen bestehend, befaßten. Tanhüma-Jelamdenu״Wajjikra r. usw. . . . sind nicht minder solche Petibäformularien für den Vortrag an gewöhnliche Sabbaten . . .« (S. 35 fg,}. Ich habe auch diese Sätze wörtlich zitiert, in denen Vermutungen und Ansichten des Verfassers mit einer Gewißheit ausgesprochen werden, als wären es die sichersten Ergebnisse einer die schwierigsten Fragen der ־Midraschforschung zum Abschluß bringenden »Geschichte der Agädä«, einer Geschichte, die nach Künstlinger in weiter Ferne liegt. Dem Verfasser, der reiche Kenntnisse auf dem Gebiete der agadischen Literatur besitzt und ein sehr ernster Forscher ist, wünsche ich, daß seine Abhandlung nicht nur »einen ganz kleinen Beitrag« zur Aufhellung des von ihm gekennzeichneten Themas liefern, sondern den Anlaß zu einer erneuten, umfassenden Untersuchung der ganzen Pethichot-Frage gebe. J. Theodor.

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