Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 505 (sequence 3)
- Language
- German
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Besprechungen. 505 oder eine Gruppe derselben — wie eben in der Traumdeutung — bezogen haben• Erst nach dem man die Petihä bereits geschaffen hatte, verwendete man פתר mit פתח promiscue. Allein nicht nur pätar geht auf alte, uralte Orakelterminologie zurück, sondern auch pätah; denn wie pätar für die Deutung des Traumes verwendet wird, so wird pätah für die Lösung des Rätsels benutzt. Wird der Traum gedeutet (פתר), so wird das Rätsel ,אוחדתא אחידה ־= חידד »Verschlo&senes« gelöst, (תח&) »aufgeschlossen*. Die Terminologie סתם־נעל׳־פתח ist somit dieser ganz gleich. Auch מפורש erinnert an den Orakelterminus »bei purussu«, der Orakelentscbeider Bel. Nach all dem Gesagten dürfte die Agädä (אגדה ,הגדה) nicht von (מגיר (הכתוב. sondern הגדה und מגיד von jener uralten Orakelterminologie herstammen. ,הגדד ist die Entscheidung, die Deutung. מגיד der (das) Entscheidende, der (das) Deutende.« Unwillkürlich wird man an die Behauptung erinnert, daß dem »bei purussü« unter anderen synonymen Götternamen bei den Minäern אלה אמרם ,אל אמר, Gott dem Orakelentscheider entspricht. נגד — אמר, ämir מגיד««. Ich habe diese דבר״ חלומות mit wenigen Kürzungen wörtlich zitiert. Muß man denn soweit ausholen, auf die Baruti zurückgreifen, an den Bel purussu erinnern, um die so schlichten פתיחות im Midrasch erklären zu wollen! Aus den Ausdrücken ,כסה־גלד, ,רמז־־פרש ,סתכדפרש ,רשבדפרש נעל־פתח ,סתברפתח ,פתר-גלה, die Künstlinger S. 4 ff. behandelt (ich verweise auf Bachers Terminologie Teil I, Artt. פתח ,רמז ,סתם ,דשם, wo auch fast alle von Künstlinger besprochenen Stellen angeführt sind), ist durchaus nicht zu folgern, daß פתח bei den Pethichot nur bedeuten kann : »etwas nicht Erschlossenes — erschließen«, daß die Pethicha die »Manipulation, die Art und Weise des Erschließens, Erklärens« ist (S. 6). Unrichtig ist es auch, daß man, nach dem man die Pethicha geschaffen hatte, פתר mit פתח promiscue verwendet!). Das Wesen der Pethicha beschreibt noch K. mit folgenden formelreichen Worten: »Wie wir oben bereits zu sehen Gelegenheit hatten, erklärte man A durch B, und da B oft ein anderes Bibelwort oder ein anderer Bibelvers war, so ist eben diese Deutungsmethode nichts anderes als die Anwendung einer der oben bereits erwähnten Methoden. A gilt als ra§üm, satüm na‘ül etc,, B bewirkt, daß A wird *) Schon Grünhut in לקוטים I. S. 22 erklärte פתח als synonym mit פתר, was aber auch Bacher, Terminologie II, S. 177 als unhaltbar zuriickweist. Über den Gebrauch von פתר im jerus. Talmud und in den verschieden Midraschin, vgl. das S. 178 ff., wo auch die von K. als Belege notierten Stellen, angeführt sind, vgl. ferner Monatsschr. Jg. 1879, S. 171 fg. und Jg. 1885, S. 264 fg.