Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 471 (sequence 8)
- Language
- German
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Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. 471 werden sei. Er ersucht den Adressaten des Briefes, jenen m bestimmen, daß er keineswegs von anderen Einflüssen sich leiten lassen solle, da er durchaus die Wahrheit geschrieben habe. Weil nun manche Willkür seitens Unbefugt er zu befürchten sei, sollten die Gemeinden nicht jedem beliebigen Bittsteller Gehör geben, sondern entweder für den Gaon selbst persönlich bestimmte Spenden oder solche für die Jeschiba im Allgemeinen schicken, ln letzterem Falle wäre es das Beste, bald am Aufgabeort je eine Hälfte für das Oberhaupt und die Kollegialmitglieder festzusetzen, damit jeder Streit vermieden werde. Er habe ferner gehört, daß der heimgegangene Wohltäter1) einem Mitgliede des Collegiums 150 Drachmen gesandt habe, die aber wohl eigentlich für alle Gelehrten bestimmt waren. Wenn weiter keine Bestimmung darüber getroffen würde, dürfte vielleicht der Betreffende es sich selbst aneignen wollen. Er müsse aber darüber vor Gott und den Gemeinden klagen: sollte ein einziger durch eine so große Summe reich werden, während hundert andere das Brot der Armut essen müßten? Gewiß wollten die Kairuäner einer falschen Ausstreuung, durch die den Würdigen ihr Blut gleichsam vergossen und Geldschäden zugefügt wird, nicht Vorschub leisten'2). Darum sollten sie alsbald den Alluf Joseph, Sohn des heimgegangenen Jacob, in Egypten über die Sachlage aufklären. Wir gewinnen aus diesen interessanten Schriftstücken ■e3nen Einblick einerseits in den beklagenswerten materiellen Zustand der Hochschulen, und andrerseits in die bereits damals nicht zu unterschätzende Bedeutung der auswärtigen V Das ist wohl sicher Joseph עובל in Egypten, dessen Solrn Jakob bereits oben erwähnt wurde, und der weiter unten am Ende dts Schreibens genannt wird. 2) ואל ד״ נצעק ואליכם פי דה ממון גדול הוא יעשיר אחד ומגד ק׳ וחלילה לבם מבא בדמים ובמשא כזב מענשןיו. Das letztere Wort ist mir nicht recht verständlich. Die Wendung מבא בדמים ist eine feine Variierang von I Sam. 25, 26 auf das neuhebr. דמים »Geld«.