Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Das Laubhüttenfest Chanukka
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 411 (sequence 12)
- Language
- German
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Das Lanbhüttenfest Chanukka. 41t verlangt hier dann von den auswärtigen Juden eine Wallfahrt nach Jerusalem zum Chanukkafeste, die gefährdete Einheit des jüdischen Volkes sollte durch diese Bestimmung: gerettet werden, das Fest der glorreichsten nationalen Erinnerungen bekam seinen Platz neben den Wallfahrtsfesten,, und besonders die ägyptischen Juden, denen man wegen ihres Hellenismus nicht recht traute, wurden besonders ermahnt und gewarnt. Die geforderte Wallfahrt nach Jerusalem setzte sich nicht durch. Aber von den Bemühungen der palästinensischen Judenheit, die Brüder der Diaspora• zur Feier des Zweigefestes zu bewegen, legt auch das II. Mak. ein Zeugnis ab, dessen Historizität nunmehr kaum noch Zweifeln begegnen dürfte* 1). Die Geschichte des Chanukkafestes würde sich nunmehr folgendermaßen darstellen lassen. Nach der auf die- Bibel gestützten Tradition war Sukkot zugleich das Tempelweihefest. Antiochus Epiphänes weihte am 25. Kislev, dem Tage der Wintersonnenwende, den Tempel dem Zeus.. Einige Jahre später legten die Hasmonäer die Wiedereinweihung absichtlich auf denselben Tag. Man hatte nunmehr zwei Tempelweihefeste, die sich gegenseitig Konkurrenz machten und beeinflußten, besonders gingen die Formen des alten auf das neue Fest über. Man feierte Chanukka zunächst im Tempel mit Opfern, Lobgesängen und Umzügen, bei denen man Zweige (Siegespalmen) trug־,, nannte es in beabsichtigtem Gleichklang Chag ha-Sokhot und setzte die Dauer entsprechend dem alten Weihefeste־ auf acht Tage fest. Die Hoffnung, daß die auswärtigen Juden das Fest im Tempel mitfeiern würden, setzte sich* ’) Die Forderung einer Wallfahrt wird in den! Briefe 11 Makk. 1 und 2 nicht direkt ausgesprochen. Andererseits wird aber die Wichtigkeit des Opfers stark betont und die Hoffnung aaf eine- Wiedervereinigung der Zerstreuten mehrfach ausgesprochen. Es liegt aiso nahe, daß mit der geforderten Beteiligung an der Feier eine* Beteiligung am Opfer gemeint war.