Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Das Laubhüttenfest Chanukka
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 410 (sequence 11)
- Language
- German
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410 Das Laubbüttenfest Chanukka. Ich überlasse es den Bibelforschern zu entscheiden ob dieser Gedanke auch schon für die Zeit der Bibel fruchtbar gemacht werden kann, ob auch das Sukkotfest im Anfang ein Sokhotfest war, ein Fest der Zweige, und sich erst später wiederum durch das naheliegende Mißverständnis in ein Fest der Hütten verwandelt hat, wobei allerdings auch noch bei der Hütte die Hauptsache die Herstellung durch Zweige blieb; für uns genügt es, nur nachdrücklich festzustelien, daß zur Zeit der Makkabäer jedenfalls schon lange das Hüttenfest als solches bekannt war und gefeiert wurde und an den Zusammenhang mit den Zweigen kein Mensch mehr dachte. Auch Mißverständnisse können sich in der Weltgeschichte wiederholen. Als man Chanukka das- Sokhotfest nannte, war durch die Verschiedenheit der Ausspräche eine Verwechselung beider Feste unmöglich. Nunmehr ist es aber kaum zu kühn, wenn man behauptet, daß das Chanukkafest mit seinem alten Namen im alten Testament ausdrücklich erwähnt wird. Man bezieht: die letzten eschatologischen Kapitel des Sacharja ziemlich allgemein auf die Makkabäerzeit1). Und wenn wir nun dort (14, 16 ff.) lesen: daß diejenigen, die von den Völkern übrig bleiben, Jahr für Jahr nach Jerusalem hinaufziehen sollen, um das Fest der Sukkot zu feiern, und falls sie das nicht tun, bestraft werden sollen, insbesondere die Ägypter, so kann sich das nur auf Juden beziehen. Es ist aber unklar, weshalb grade das Hüttenfest besonders durch die Wallfahrt ausgezeichnet werden soll. Sollte nicht auch hier das• Sokhotfest, das Fest der Zweige gemeint sein? Der Prophet licher, merkwürdiger Schmuck! An goldene (oder vergoldete) Schildeist viel eher zu glauben. Sie wurden als Zierde der Mauern verwandt (Hohe Lied 4,4. Ez. 27, 11) und standen schon im ersten Tempel (U Sam. 8, 7. II Kön. 11, 10. H Chr. 23, 9. I Kön. 10, 16 f. 14, 26. H Chr. 12, 9). Es wäre also wohl möglich, daß hier im hebräische» Urtext nur von Kränzen und goldenen Schilden die Rede war. ’) Vergl. 9, 13 {בני מ der Kampf gegen die Griechen.