Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Das Laubhüttenfest Chanukka
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 407 (sequence 8)
- Language
- German
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Das LaubMttenfest Chanukka. 407 Zweige von Myrten, Zweige von Palmen und Zweige von dichtbelaubten Bäumen holte, um nach der Vorschrift des Gesetzes Laubhütten zu machen. — ln dem Buche der Jubiläen, das man mit Recht in die Zeit der' Makkabäerkämpfe setzt, wird das Laubhüttenfest mit fotgenden Worten beschrieben (16, 30 ff.): Es ist über Israel angeordnet, daß sie es (das Hüttenfest) begehen und in Hütten wohnen und daß sie Kränze auf ihr Haupt legen und Laubzweige und Weiden vom Bache nehmen. Und Abraham nahm grüne Palmenzweige und schöne Baumfrüchte, und an jedem Tage ging er mit Zweigen um den Altar herum. Genau auf dieselbe Weise aber scheint man das Chanukkafest anfänglich gefeiert zu haben, wie die bereits angeführte Stelle des 11. Makk. (10, 7) ausdrücklich behauptet: Man trugThyrsosstäbe, Reiser und Palm zweige Ein weiterer Beleg für diese Sitte am Chanukka kann vielleicht in dem Judithbuche, das ebenfalls Zustände der Makkabäerzeit widerspiegelt, gefunden werden. Es heißt dort (15, 12 f): Judith nahm Zweige in ihre Hände und gab sie den Weibern, die mit ihr waren, dann bekränzten sie sich mit Ölzweigen. — Überhaupt scheint man bei freudigen Gelegenheiten zum Palmzweig gegriffen zu haben. Simon zog in die Burg von Jerusalem ein mit Lobpreis und Palmen zweigen (I. Makk. 13, 51), als Jesus nach Jerusalem kam, soll ihm die Menge mit Palmzweigen entgegengezogen sein (Joh. 12, 12. Vgl. Ap. Joh. 7, 9). Es ist aber zu beachten, daß es sich hier überall um ein Symbol des Sieges (die Siegespalme) handelt, während am Hüttenfeste die Freude über die Ernte (der Erntekranz) das Entscheidende ist, obwohl der Midrasch auch den Feststrauß gelegentlich als Siegespalme auffaßt (Tanch. Emor, ed> Buber, S. 99—100 Anm. 190, Pesikta, ed. Buber, S. 180a Anm. 36). Zwei aus verschiedenen Anlässen herrührende Bräuche gehen so ineinander über. Daß diese Sitte für das Chanukkafest sich nicht hat behaupten können, ist