Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Das Laubhüttenfest Chanukka
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 406 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829835-2829840-2890833--38858-2890873- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
-406 Das Laubhütlenfest Chanukka. Tischri, und Alexander Jannäus hatte den Mut die Phartsäer zu brüskieren, er wußte, was er damit sagen wollte: Chanukka, nicht Sukkot. Die Rivalität zwischen beiden Festen hörte erst auf, als das hasmonäische Heldengeschlecht erloschen war und der idumäische Sklave auf dem Throne saß, da erschienen die Makkabäer wieder verklärt als die Retter des Volkes, Chanukka kam zu seinem Rechte, der Brauch, Lichter zu entzünden, kam auf, wie an dem Hüttenfeste wurden die Halleipsalmen rezitiert und als Vorlesung aus der Tora die Stelle gewählt, wo die Fürsten Gott die Weihgeschenke darbringen. Weshalb diese Stelle und nicht die näherliegende, wo von der Einweihung der Stiftshütte die Rede ist? Weil man gerade an die Fürsten, an die Makkabäer, erinnern wollte, eine gradezu dynastisehe Maßregel; also war die Dynastie schon tot. Wir müssen nun aber, nachdem wir etwas vorausgeeilt sind, auf eine andere Ähnlichkeit zwischen unseren beiden Festen aufmerksam machen, die zu noch wichtitigeren Ergebnissen führen soll. Das Laubhüttenfest ist nicht nur ein Fest der Hütten, sondern weit mehr ein Fest des Laubes, wie es ja von vornherein ein Erntefest ist (Exod, 23, 16. 34, 22.). Das dritte Buch Moses (23, 39 ff. vgl. Jos. Ant. III 10, 4. § 245 XIII 13, 5 § 372) redet zuerst von dem Feststrauß, den Früchten und Zweigen, mit denen sich Israel vor seinem Gotte freuen soll, erst in einem Anhang daselbst werden die Hütten erwähnt. Das Deuteronomium gebietet (16, 13): Das Laubhüttenfest sollst du sieben Tage feiern, wenn du den Ertrag von deiner Tenne und deiner Kelter einheimsest. Die rabbinische Tradition1) faßt das nicht nur als Zeitbestimmung, sondern auch als eine Vorschrift für die Materialien, aus denen die Hütte gebaut wird, und daß sie damit im Recht ist, beweist die Stelle Nehem. 8, 14 ff., nach der das Volk ins Gebirge zog und Zweige vom Olivenbaum, Zweige vom wilden Öibatfim» l) b. Roscli ha-Schanah 13 a. Sukka 12 a.