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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 3 · p. Seite 368

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1911-01-01
Page
Seite 368 (sequence 3)
Language
German
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368 Besprechungen. Wie die Memoiren der Glückei, so kommen auch die Privat- Briefe in erster Reihe der Familiengeschichte und ihrer Erforschung zn Gute, und auf diesem Gebiete zeigt sich wiederum die bereits bewährte Meisterschaft Wachsteins. Der Scharfblick, mit dem er Genealogien hier verbindet und dort scheidet, Familienbeziehungen aufdeckt, Verwandtschaftszusammenhänge feststellt oder bisherige genealogische Irrtümer und Wirrnisse enträtselt, ist ebenso rühmenswert wie seine Belesenheit in der gesamten Literatur jener Jahrhunderte. Was er nur so nebenbei an Korrekturen für Hock, Kaufmann und andere familiengeschichtliche Arbeiten gibt, was er an kleineren und größeren, der Lösung noch harrenden Problemen im Vorübergehen anfdeckt, ist erstaunlich. Seine Anmerkungen allein sind eine Fundgrube für die Spezialforschung auf diesem Gebiete. Es sind besonders Prager, Wiener und bayerische Familien, deren Stämme hier vielfache und wichtige Ergänzungen finden. Eine besondere Rolle spielt in den Briefen die Familie Jomtob Lipmann Hellers, der selber als Briefschreiber in Familien- und Heiratsangelegenheiten auftritt; ebenso sind die bekannten Familien Theomim, Mirels-Fraenkel, Spira, Öttinger, Lipschitz, Auerbach, Rapaport, Fieckls, Hammerschlag, Hildesheim, Horowitz, Landau, Linz, Maor Katau, Pribram, Ulmo u. a, vielfach vertreten. Genealogisch wichtig ist der Nachweis, daß die Fami- Ifenbezeichnung Munk zu derjenigen der Theomim gehört, ebenso daß Pribram und Senders identisch sind. Eine gleiche Identität findet sich z, B. S. 35 zwischen Welsch und Horowitz; die daselbst genannten Säiman b. Jesaja Horowitz und Abraham Welsch sind Brüder. Hock S. 91 wird übrigens ein 1633 verstorbener Meschullam Salman Perez b. Jesaja Horowitz und S. 118 daselbst ein 1660 verschiedener Kalman b. R. Meschullam Welsch erwähnt; vielleicht beide hierher gehörig? S. 66 der Briefe ist statt Chawa Manschen wohl Cbawa Manesen (Frau des Manes) zu lesen. S. 84 ist der Name Nulmes auffällig; vielleicht ist Ulmes, Ulmo gemeint. S. 89 kann, glaube ich, ®icht auf R. Lipmann Heller bezogen werden; die Titulatur gerade von der Hand des Gemeindeschreibers würde doch anders lauten, die Abkürzung RM kann auf den Vatersnamen gehen. S. 92 u. 97 ist statt Jakob St?n wohl Schotten za lesen; dieser Jakob Schotten starb nach Hock S. 359 zweiter Paginierung (die Seiten 359—368 daselbst sind zweimal paginiert) im Jahre 1624. Zu S. 18 der Briefe Anm, 3 teile ich nicht die Ansicht, daß man mit dem Titel einer »Rabbiäerin« so freigebig war; auf den zahlreichen von mir gesehenen Grabinschriften in Deutschland war jedenfalls der Titel immer zutreffend, obwohl man gerade bei Epitaphien mit Ehrungen nicht geizte. Dagegen gebrauchte man den Ausdruck SB nicht immer zur Bezeich-

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