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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 3 · p. Seite 321

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 3
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1911-01-01
Page
Seite 321 (sequence 5)
Language
German
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Beiträge zur Geschichte und Literatur itn gaonäischen Zeitalter. 321 als den wahren inneren Gehalt der Wissenschaft aufwe!isenden literarischen Bestrebungen, selbst die stützenden Säulen seines Gebäudes umstürzt. Die Darstellung von Saadja’s Wirken wäre aber nicht ganz vollkommen, wenn nicht noch auch sein Sohn Dosa und einige seiner Schüler in Betracht gezogen würden. Ersterer, jedenfalls erst in den letzten Lebensjahren des Vaters geboren, hat dessen Unterricht nicht mehr genossfen1). Indes hat er, wenn auch in der nur bescheideneren Rolle eines Richters, verdienstlich als Gesetzeslehrer gewirkt und auch philosophisch sich betätigt. Er erreichte ein hohes Alter und stand auch außerhalb Babyloniens, wie z. B. bei Hasdai ibn Schaprut, in hohem Ansehen. Von Saadja’s Schülern ist ein gewisser Ben Ephraim aus Palästina zu nennen, dessen vollständiger Name wahrscheinlich lautete: Jakob ben Samuel Ben Ephraim2); Noch bei Lebzeiten des Gaon trat er schriftstellerisch auf und führte eine lebhafte Polemik mit dem Karäer Jakob Kirkissani, deren Gegenstand Themen allgemein dogmatischen, wie auch ritualen Inhaltes waren. Sein Auftreten in dieser Hinsicht trug ihm auch eine Fehde mit Salmon ben Ruheim ein, und von seiner Erwiderung auf dessen Angriffe wegen der Verbindlichkeit der Tradition und der Wertlosigkeit des Talmuds infolge der in ihm sich kundgebenden Meinungsverschiedenheiten — die, wie bei den Schammaiten und Hilleliten angeblich sogar zu Tätlichkeiten führten —sind sehr wahrscheinlich einige interessante Fragmente noch auf uns gekommen3). Er hat auch ein Werk verfaßt über Widersprüche *) Vgl. die eingehende Studie über ihn von Poznaüski in Hagoren VI, S. 41—64 u. S. 119 und dazu meine Bemerkungen in ZHB. X, S. 131. Daß Saadja ältere Kinder schon in Ägypten gehabt hat, wurde bereits oben erwähnt. 2) Vgl. über ihn jetzt Poznaüski im Gedenkbuch für Kaufmann S. 169 u. S. 187. ״) Vgl. das von Schreiner in ZHB. III, S. 91 —93 veröffentlichte Monatsschrift, 55. Jahrgang. 21

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