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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 3 · p. Seite 320

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 3
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1911-01-01
Page
Seite 320 (sequence 4)
Language
German
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320 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. seinen anderen antikaräischen Schriften zu Tage gefördert, nachdem andere Autoren des Mittelalters uns mehreres davon überliefert hatten. Die größte Genugtuung muß es aber für das Andenken Saadja’s sein, daß der letzte dieser seiner Gegner, der hochbetagt i. J. 1874 gestorbene Abraharn b. Samuel Fi rkowitsch, aus einem heftigen Feind ein reumütiger Verehrer des großen Mannes geworden ist1). Liegt so in dieser Tatsache eine Bewahrheitung des Wortes der Schrift in Spr. 16, 7:ברצות ה׳ דרכי איש גם אויביו ישלים אתו, daß dieses Friedenswort aus Feindesmund ein Zeugnis für sein im Sinne der Vorsehung wohlgefälliges Werk ist, so erhöht sich dieses noch dadurch, daß gerade durch Firkowitsch’s Sammeleifer uns Teile des Agrön, des Sefer Hagaluj und der, beson ders Antikaräisches enthaltenden exegetischen Schriften desGaon erhalten worden sind, wodurch in wesentlicher Hinsicht ein neues Licht auf den Lebens- und geistigen Werdegang Saadja’s gefallen ist; auch hier bewahrheitet sich das Wort von der Kraft, die das Böse will und doch das Gute schafft. Neben dieser mehr auf negativer Seite liegenden Bedeutung Saadja’s kann nicht genug seine positiv erhaltende und wissenschaftlich erleuchtende Tätigkeit hervorgehoben werden. Er hat seinem Namen volle Ehre bereitet, er hat den altehrwürdigen Bau des Judentums mit den beiden starken Säulen der Verpflichtung zur Tradition und der auf einer gesunden V er nun ften tw i cklung beruhenden Wissenschaft gestützt; er hat unseren so heftig wegen seiner Treue an der Überlieferung angegriffenen Stamm mit dem stärkenden Brot der Lehre der Wahrheit gelabt und gekräftigt, so daß das Judentum noch heut als eine lebensfähige Gemeinschaft dasteht, und auch ferner bestehen wird, — sofern es nicht durch Preisgabe der Tradition und Nachahmung der, gleich den Praetentionen des Karaeer, mehr das äußere Gewand *) Vgl. Poznariski a. a. O., S. 92—93.

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