Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Wie verhielt sich das Judentum zu Jesus und dem entstehenden Christentum?
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 311 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2829132-2829835-2829839-2890675--38749-2890756- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
and dem entstehenden Christentum? 311 kämpfen hatten, $yn(1p^thien f;ür die aakeiiqch-fropj1Il,ej]! ftjesajanisten;, d'% treu zunj Gesetz hielten, den Glauben ah die Auferstehung zum. Kardinaldogma gi&cliten, den einigen. Gott Abrahams, Isaaks und; Jacobs, anbeteten, einpfund.en haben sollten. — Die AppsteJgescbichte ist in diesem Falle sicherlich eirie, völlig unverdächtige Zeugin, Sie, erzählt yon einem, Yplks.auflauf, der gegen die, Apostel, von den Hohen־ priestern und den Sadduzäern heyprgerufen Vkrurde, wurden vor den; Rat gestellt. »Da stand aber *m ^at e,in, Pharisäer nnt Namen Gamliel, ein Schriftgelehrter, in. Ehxe n gehalten von allem Volk und, hieß, die Apostel; ein* wenig hinausgehen und sprach zu ihnen: »IhnMänner von, Israel, nehmt guen( selbst, wahr a״. diesen Menschen, vya.s ihr tun. sollt«. Hierauf; wirtt er, einen Rückblick aut die jüngstvergangenen pseudo• rnessianischen Bewegungen,und schließt seine־ beschwichtigende Ansprache mit. den Worten : *lind nun sage i,ch, euch: laßt ab vpu diesen Menschen, and, laßt sie fahren. Ist der Rat qder das. Werk aus dqgi. Mepsthpn, so wird’s untergehen; ist’s aber aus, Gott, so könnt ihr’s nicht dämpfen; auf daß ihr nicht erfunden werdet, als die wider Gott streiten wollen«1), So schildert selbst die Apostelgeschichte die Stimmung der führenden pharisäischen Schriftgeiehrten gegen die Apostel Jesü; und sie zeichnet hier naturgetreu. Dieser Bericht könnte ebensogut im Talmud stehen, und er würde hier nicht im mindesten auffallen. Freilich darf rriari da nicht an die herrschsüchtigen Pharisäer der hasmönäischeü Periode und insbesondere der Zeit der Alexandra Salonfia denken, wo sie sich an die Regierung herandrangten Und die Zügel derselben in die Händb zu bekommen trachteten. Seit Herodes war der politische; Pharisäisihus totj und; die Gesetzeslbhrer, die religiös'en Führer dfes; Volkes, Hatten nunmehr nur die eine׳ Ambition: ihre Fähigkeiten'■ tih'd ihr' Wissen dein Lehrhaus zu widmen, sie ausschließlich'in dten 1) Apg. 5, 34-39.