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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 3 · p. Seite 309

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 3
Article
Wie verhielt sich das Judentum zu Jesus und dem entstehenden Christentum?
Date
1911-01-01
Page
Seite 309 (sequence 14)
Language
German
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und dem entstehenden Christentum? 309 darauf überzog Vespasian Judäa mit Krieg und führte seine Bewohner in die Gefangenschaft«. Eine Behauptung, der Origenes widerspricht, das Unglück, meint er, sei vielmehr von den Juden dadurch herbeigeführt worden, daß sie Jesum verfolgten und kreuzigten. So blieb es denn dabei, daß die Juden Jacobus gesteinigt und daß Josephus selber diese Tatsache verzeichnet habe. Das schreibt denn auch Eusebius dem Origenes nach, indem er zu dem von ihm zitierten Berichte des Hegesipp bemerkt: »Jacobus aber stand in so hohem Ansehen und in solchem Rufe wegen seiner Gerechtigkeit bei allen, daß auch die Verständigeren unter den Juden glaubten, daß sein Märtyrertod die Ursache der bald erfolgten Belagerung von Jerusalem gewesen und daß diese aus keinem andern Grunde erfolgt sei als wegen der an Jacobus begangenen Blutschuld. Josephus wenigstens trägt kein Bedenken, dieses auch zu behaupten, wenn er sagt: »dieses traf die Juden als Strafe dafür, daß sie an Jacobus dem Gerechten, welcher war ein Bruder Jesu, des sogenannten Christus, gefrevelt: denn ihn hatten die Juden, obwohl er ein gerechter Mann war, getötet«1). Nun erfahren wir auch, durch wen in den Jacobusbericht des Josephus, »welch letzterer doch Jesum nicht als den Christ kannte«, die Worte: »Jacobus der Bruder Jesu, Christus genannt«, eingeführt wurden. Soviel uns bekannt, ist Origenes der erste, der sie in den Josephus hineinlas. Wir sind also in der Lage, an zwei der bedeutsamsten, *) Dasselbe wiederholt auch Hieronymus im ersten Buch gegen Joviniauus: »Jacobus« — sagte er — »der Bruder des Herrn genannt, war so heilig, gerecht und jungfräulich, daß der jüdische Geschieht- Schreiber Josephus behauptet, Jerusalem habe sich durch sein Blut den Untergang zugezogen : Transeamus ad Jacobum, qui frater Domini dicebatur, tantae sanctitatis tantaeque justitiae et perpetuae virginitatis, ut Josephus quoqae historicus Indaeorutn propter huius necem Jerosolymam subuersam referat.

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