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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 3 · p. Seite 271

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 3
Article
Die Juden und das Wirtschaftsleben
Date
1911-01-01
Page
Seite 271 (sequence 15)
Language
German
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Die Juden und das Wirtschaftsleben. 271 Seele, das Zeugnis Gottes ist zuverlässig, macht Toren weise. Die Vorschriften Gottes sind gerade, erfreuen das Herz, das Gebot Gottes ist klar, erleuchtet die AUgen«. Das ist im Grunde die ganze jüdische Theologie, die Sotnbart vermißt. Kein Verstandesprodukt also ist die jüdische Religion, sondern das Produkt der höchsten Erkenntnis und zum Streben nach Erkenntnis anregend, sie hat die Mythologie überwunden, worin andere Religionen noch heute stecken, sie hat keine Unbegreiflichkeiten, sie lehrt nicht andächtig schwärmen, sondern gut handeln, benebelt und berauscht die Sinne nicht, sondern läutert sie und lenkt, sie in richtige Bahn, sie lehrt das Leben begreifen, sich darin zurechtfinden und es durch Sittlichkeit heiligen. Daß die Bekennerschaft einer solchen Religion, gefestigt überdies durch die Leiden, die sie ihretwegen ausstand, geistig geschult durch das eifrigste Studium der Religionsbücher,. gereift durch die vielseitigsten Erfahrungen unter den gegebenen Bedingungen zu den besten Pionieren der kapitalistischen Wirtschaft herangebildet wurde, ist auch ohne Verrenkungen und Verdrehungen dieser Religion, ohne daß man ihr »die Knochen im Leibe zerbricht«, wie Sombart (S. 281) sagt, daß sie so mit ihren Bekennern verfahre, begreiflich. Ich kann natürlich nicht auf alles Unrichtige, Mißverstandene, Willkürliche in Sombarts Dar- Stellung von dem Wesen der jüdischen Religion eingehen, aber was er von dem Reichtum sagt, muß ich noch zur Sprache bringen. Das Alte Testament soll, wie schon erwähnt, den Reichtum eben so oft verherrlichen, wie ihn das Neue verflucht. Sombart muß ein andres Altes Testament haben als ich, denn in meinem Exemplar, das ich nach der hebräischen Konkordanz abgesucht habe, finde ich nicht eine, sage nicht eine einzige Stelle dieser Art. Es wimmelt hier bei Sombart von Mißverständnissen. Er führt beispielsweise Spr. Sal. 3, 16 an: »Langes Leben ist in ihrer (der Weisheit) Rechten (Sombart unrichtig: in ihren (der Weisen)

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