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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 3 · p. Seite 269

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 3
Article
Die Juden und das Wirtschaftsleben
Date
1911-01-01
Page
Seite 269 (sequence 13)
Language
German
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Die Jaden und das Wirtschaftsleben. 269 Versteigerung der Mizwoth an, die er sich irrtümlich als ein lautes Verauktionieren (S. 249) vorstellt, während sie doch geräuschloser war oder ist, als die Hantierung mit dem Klingebeutel in den christlichen Gotteshäusern. In diesen wird auch Geld für Arme gesammelt, was ist also daran auszusetzen, wie es in den jüdischen geschieht? Also diese auf Gegenleistung, auf die Erwartung des Lohnes gegründete Religion vermochte die Juden so zu begeistern, daß sie sich ihretwegen von den Kreuzfahrern ermorden ließen, daß Mütter ihretwegen ihre Kinder schlachteten, daß Männer und Frauen ihretwegen kühn und mutig den Scheiterhaufen bestiegen und noch im Verenden den Namen Gottes heiligten, daß Eltern und Kinder hundertmal ihretwegen aus ihrer Heimat und von den Gräbern ihrer Lieben sich vertreiben ließen? Das ist die Vertrags-, das ist die rechenhafte Religion, deren oberstes Gebot lautet: »Du sollst lieben den Ewigen deinen Gott mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und ganzem Vermögen!?« Das ist die Religion, die Esra — »der Sofer, der starrgeistige Schriftgelehrte« — dem Volke »aufoktroyierte«, oder welche die Rabbiner ihm als »Joch« auferlegten? Dazu sind die Juden mit ihrer auch von Sombart anerkannten »Hartnäckigkeit«, die rechten, wie die Kämpfe der Makkabäer und die gegen Rom beweisen. Sombart fehlt es an »Herzensinbrunst«, an »Wonnetrunkenheit« in dieser Religion. Jehuda Halevi, von dem Sombart nur die Zionide kennt, dachte darüber anders. »Überhaupt ist unser Gesetz geteilt zwischen Ehrfurcht, Liebe und Freude, durch jede von diesen kannst du dich Gott nähern. Und wenn deine Freude sich bis zum Singen und Tanzen steigert, so ist dies Gottesdienst und Festhalten am göttlichen Geiste«. (S. meine Apologetik S. 187). Auch die unbefangene Freude an der Natur ist nach Sombart dem Juden durch die Religion versagt, weil sie Lobpreisungen Gottes beim Anblick hervorbrechender Baumblüten, neuer Früchte, mächtiger

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