Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Juden und das Wirtschaftsleben
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 266 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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266 Die Juden und das Wirtschaftsleben. chanischen Gegenständen, und besonders von,. Eisenarbeiten, sowohl zum Beschlagen der Pferde wie für Erdarbeiten, wie auch zur Ausrüstung von Schiffen, Galeeren und anderen Fahrzeugen zu liefern« (Das. 288). (Nebenbei gesagt mag dieses aus dem Leben gegriffene Zitat die von Sombart behauptete Abneigung der Juden gegen schwere körperliche Arbeit, sowie seinen summarischen Ausspruch (S. 420) beleuchten: »Von dem Fluche, mit dem Adam und Eva aus dem Paradiese gestoßen wurden, daß der Mensch ihr Schweiße seines Angesichts sein Brot essen müsse, haben die Juden in allen Zeiten wenig mitgetragen, wenn wir den körperliehen Schweiß darunter verstehen wollen«. Aber woher haben denn die Juden von dem Fluche gewußt?) Könnte man nun nicht die Befähigung der Juden zur Färberei, zu Schmiede״ und Erdarbeiten, oder zur Diamantschleiferei, die, soviel ich weiß, ganz in den Händen der Juden liegt, ebenso aus dem Blute, aus der biologischen Veranlagung abzuleiten versucht sein, wie es Sombart mit der kapitalistischen Befähigung der Juden macht? Wohin würden wir dann am Ende geraten? Immerhin legt uns der ungeheure Aufwand von Fleiß und Kunst die Pflicht auf, dem System Sombarts die verdiente Aufmerksamkeit zu widmen. Es läßt sich auf eine Formel zurückführen, die etwa mit teils Spinozistischen, teils Sombartischen Worten lauten würde : Homo judaicus est ex suae naturae necessitate homo capitalisticus. Alles was der Jude besitzt, sein Gott, seine Bibel, seine Religion, seine Sittlichkeit ist der Ausfluß seiner blutmäßigen Veranlagung und hat dann wieder unter äußeren Begleitumständen auf die Ausbildung seiner Eigenart zurückgewirkt, die durch die »Geistigheit« und den »rechenhaften« Charakter jener Momente zur kapitalistischen Befähigung sich zuspitzte oder herangezüchtet wurde. Vieles gewinnt unter dieser Beleuchtung ein ganz anderes Gesicht* als wir zu erblicken bisher gewohnt waren. Das Ghetto