Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Streit um die jüdische Garküche in Bromberg am Beginne des 19. Jahrhunderts
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 4)
- Language
- German
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244 Der Streit um d. jüd. Garkücke in Bromberg am Beginne d. 19. Jahrh. Consumtion mit befördert wird«, dann aber meint er sich auch dadurch verdienstlich zu machen, daß er, da ohnehin bei ihm die Juden speisen würden, die er zum Führen der Aufsicht bei der Gräberei halten muß, »öfters 6—8 und für beständig 4«, eine jüdische Garküche unterhalten und dafür der »hiesigen Cämmerey eine jährliche immerwährende Abgäbe von 10 Thalern, auch ev. etwas mehr«, überdies an den städtischen Baufond 50 Thaler geben will. In der Gemeinde selbst hatte Rebecka Meyer viel Stimmung für sich. Dem Proteste, den sie erhob, standen von ihren Glaubensgenossen bloß der Tolerirte »vereydigte Dolmetscher« Schmul Abraham und sein Sohn, der extraordinaire Schutzjude Jakob Schmul fern. Aron Lewin, David Salomon und dessen beide, eingangs genannten Söhne schlossen sich diesem Proteste an. Sogar die Magistratsmitglieder ausschließlich des Bürgermeisters Razgebor stellten sich auf die Seite der verwitweten Meyer. Dieser selbst kämpfte allerdings gegen sie und Hirsch Gerson um so nachhaltiger für Hirsch Lewin. Die Witwe Meyer, meint Razgebor, hat »kein jus contradicendi wieder die Anstellung eines zweiten« Garkochs und kann die Sache nicht im Umfange des Lewin führen. Die Bernsteingräberei aber würde auch ohne Hirsch Gerson nicht brach liegen bleiben. »Ist er nicht Pächter, wird sich wohl ein anderer finden.« Und Lewin sei vor allem auch aus dem Westpreußischen Departement, ein »in der Stadt Gern bice gebohrener Schutz Jude.« In gleicher Weise stellten sich uneingeschränkt auch die höheren Instanzen, der Kriegs- und Steuerrat Grisanowski, wie die Westpreußische Kammer-Deputation auf die Seite des Hirsch Lewin. Die Kammer-Deputation erklärte am 7. November 1803 sogar schlankweg, daß die Protestierenden gegen den ehemaligen Schächter nur Rache üben wollen und Brotneid hätten. Wer aber nicht bedingungslos auf alle Wünsche Hirsch Lewins eingehen wollte, das war das General-Direktorium