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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 2 · p. Seite 243

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 2
Article
Der Streit um die jüdische Garküche in Bromberg am Beginne des 19. Jahrhunderts
Date
1911-01-01
Page
Seite 243 (sequence 3)
Language
German
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Der Streit um d. jfid. Garküche in Bromberg am Beginne d. 19. Jabrh. 243 Hirsch Lewin nicht gebrauchen können und ihn 14 Tage nach Michaelis gehen lassen wollen. Infolge dessen entschloß sich Hirsch Lewin, Garkoch zu werden. Er erbot sich am 27. September 1808, für die Konzession zur Betreibung der Garküche 25 Taler einmalig zum städtischen Baufond und jährlich 3 Taler zur Kämmereikasse zu zahlen. Zugleich bittet er darum, alte Kleider kaufen und verkaufen zu dürfen, wofür er sich zu einer Zahlung von 10 Talern zum städtischen Baufond und 2 Taler jährlich an die Kämmereikasse verpflichtet. Ganz andere Beweggründe veranlaßten Hirsch Gerson, sich am 3. Oktober 1803 um die Konzession zur Garküche zu bewerben. Er war im Jahre 1796 von Aron Lewin als Schächter und Lehrer nach Bromberg genommen, als Südpreuße jedoch am 16. April 1798 bereits wieder ausgewiesen worden. Diese Ausweisung blieb indessen auf dem Papiere stehen, weil Hirsch Gerson bei der Verpachtung der Bernsteingräberei in der Lochower königl. Forst der Meistbietende unter den Juden — nur solche scheinen als Pächter damals aufgetreten zu sein — geblieben war1). Gerade im Jahre 1803 hatte er den Pachtvertrag wieder auf sechs Jahre verlängert. Es lag Hirsch Gerson nun daran, beständig in Bromberg sein zu dürfen und mit einem »Concession und Toleration Schein versehen« zu werden. Zur Begründung seines Gesuches weist Hirsch Gerson einmal auf die 24 Leute hin, die er als Bernsteingräber beständig beschäftigt »dies sind alles arme Leute und Invaliden-Soldaten, welche durch mich ihren Unterhalt verdienen und wodurch selbst die accise Gefälle und andre Revenuen des Staates vermehrt werden, weil ich und alle meine Leute ihren benöthigten Unterhalt aus der hiesigen Stadt nehmen müssen und hierdurch auch die Städtsche J) Hiernach ist Herzberg a. a. O. S. 32 richtig za stellen, wo die erste Entdeckung von Bernsteinadern im Kreise Bromberg für das Jahr 1828 verzeichnet wird. 16*

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