Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 227 (sequence 8)
- Language
- German
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Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. 227 düng von Meinungen, wobei es nun gilt, auch den Maaßstab der Vernunft anzulegen, immer den richtigen Mittelweg innehaltend. Dies kommt zum Ausdruck in dem Wort אלאעתקאדאת, das eigentlich »Verbindung und Knotung von Schlüssen« bedeutet. In dieser Hinsicht will uns die von der anonymen, noch immer nur handschriftlich vorhandenen, älteren Übersetzung, oder eigentlich Paraphrase, die jedoch wohl nicht mit Recht dem Berachja Hanakdan zugeschrieben wird, gewählte Bezeichnung: פתרון ס' האמונות ותר צ ב הבינות als dem Original am nächsten stehend erscheinen, da in ihr besonders das Wort אלאעתקאדאת wohl den adaequatesten Ausdruck findet* 2). Nicht ganz so genau ist die!) Vgl. ebendort: ,וכאשר תצא חמאת העיון יקבלנד, השכל ויקיפנד ויבניסנד, בלבבות ותמזג בהם. 2) Das biblische Wort חרצבלת in Ps. 73 u. Jes. 58, 6 wird von Saadja durch das arab. עקר in dem Sinn von Gedanken, Vereinigung und Knüpfung von Begriffen wiedergegeben; vgl. meine Ausführungen in Monatsschrift 1896, S. 413—414, Atim. 5 s. v. und ZHB. VIII, S. 99. — Über die Autorschaft des R’Berechja für diese Paraphrase hat zuletzt Guttmann in seiner Besprechung der von Gollancz herausgegebenen zwei ethischen Werke von Berechja (The Ethical treatises 01 Berechja usw., London 1902), in Monatsschrift 1902, S. 538 einige Argumente beigebracht, als Stütze für die schon von Rapoport in Bikkure Haiitim IX, S. 30, Anm. 25 mit der ihm eigenen Gründlich• keit erörterte eventuelle Zugehörigkeit zu diesem Autor, die zuletzt Steinschneider in HÜB. S. 440—441, Gollancz selbst a. a. O., Einleitung S. XXXIX—XL und Porges in seiner Besprechung ZHB. VII, S. 38—39 bekämpft haben. Die von diesem erhobene und zum Teil auch von Guttmann gewürdigten Bedenken bestehen darin, daß Berechja 1) des Arabischen unkundig gewesen sei, 2) den um diese Zeit schon verfaßten Kusari des Jehuda Halevi nicht gekannt habe. Gegen ersteres ist allerdings zu bemerken, daß Berechja doch wohl Arabisch verstanden hat und eine Vorlage in einer solchen Sprache gehabt hat. Es finden sich nämlich in seinem ethischen Werke Worte und Formen, die sich nur so erklären lassen. So z. B. ed. Gollancz S. 4, Z. 10 v. u. המחליפים,■'das nur durch das arab. מצאלפין »diejenigen, die anderer Ansicht sind« zu erklären ist; ibid. Z. 7 v. u. und paßim für »körperlich«: נושמני, was ganz dem arab. נסמאני nachgebildet ist; S. 6—7 findet sich öfters für den Wohltäter und den die 15*