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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 2 · p. Seite 226

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 2
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1911-01-01
Page
Seite 226 (sequence 7)
Language
German
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226 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter andrerseits auch, nach Schreiners Beweisführung* 1 * 3), so manches dem Einfluß jüdischer Lehren zu verdanken hat. Es muß aber auch hervorgehoben werden, daß außer dem Kaiäm auch die griechische Philosophie, besonders die des Plato und des Aristoteles, nachhaltig auf Saadja eingewirkt hat, wie es besonders Guttmann eingehend nachgewiesen. Aber auch hierbei, und besonders dem großen Stagiriten gegenüber, hat sich der Gaon nicht bloß rezeptiv verhalten, sondern mit kritisch sichtendem Blick setzt er sich zuweilen mit diesen Quellen auseinander. Im Allgemeinen kann man Saadja einen Ekletiker nennen?). Zur ferneren Beurteilung seines religionsphilosophischen Werkes muß auch erwogen werden, daß, gemäß der ganzen Richtung, in die Saadja gewissermaßen hineingedrängt wurde, auch dieses eigentlich einen, wenn auch nicht direkt polemischen, zum mindesten aber abwehrenden Charakter trägt, wie denn in der Tat sich der Verfasser des öfteren gegen Irrlehren innerhalb solcher Kreise, die sich zum Judentum rechnen, und Angriffe von außen wendet8). Wenn wir den Titel des Werkes nach! dem arabischen Original betrachten, so soll der erste Teil desselben, אלאמאנאת, wohl besagen, wie der richtige Glaube beschaffen ist, beziehungsweise von welchen irrigen Voraus- Setzungen man dabei sich fernzuhalten hat4 * * *). Indem man aber, von den Praemissen des Glaubens ausgehend, diesen auch gedanklich durchdringen läßt, kommt man zur Bil- ג) Vgl. Der Kaiäm in der jüd. Literatur, Jahresbericht der Lehranstatt usw., Berlin 1895, S. 3—4. l) Vgl. hierüber zuletzt Horovitz, Die Psychologie Saadja’s im Jahresbericht, Breslau 1898, S. 1 igg. 3) Vgl. Horovitz a. a. O., S. 75. Ganz besonders sei aber verwiesen anf Kaufmanns Anhang zu seiner Darstellung der Attributen• lehre Saadja’s in seiner Geschichte der Attributenlehre, S. 78 igg. 1 Der schriftstellerische Charakter der Emunotb, worauf wir noch zurückkommen. *) Vgl. Emunotb, Einleitung, ed. Krakan S. 7, beginnend mit den Worten:וכיון שהשלמנו מה שרצינו nsw.

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